Zölle hin, Absatzeinbruch her: Daimler Truck meldet für das zweite Quartal wieder Wachstum — und ausgerechnet in Nordamerika, wo Donald Trumps Zollpolitik der Branche 2025 zeitweise schwer zugesetzt hatte. Barclays reagiert prompt und macht aus dem Nutzfahrzeughersteller seinen klaren Favoriten für den kommenden Branchenaufschwung.
Der Konzern setzte im zweiten Quartal 86.707 Fahrzeuge ab, ein Plus von 8 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Nach sechs Monaten liegt Daimler Truck beim Gesamtabsatz damit fast wieder auf dem Niveau von 2025 — vor den Zoll-Turbulenzen. Besonders bemerkenswert: Auch die Sparte Trucks North America wuchs um 8 Prozent auf 41.687 Einheiten, jener Markt also, der unter den US-Importzöllen am stärksten gelitten hatte.
Bei Mercedes-Benz Trucks, stark in Europa und Lateinamerika, fiel das Plus mit 10 Prozent sogar noch etwas kräftiger aus. Einzig die kleinere Bus-Sparte bremste die Erholung — hier stand ein Rückgang von 13 Prozent zu Buche.
Barclays hebt Kursziel deutlich an
Die Erholung blieb an der Börse nicht unbeachtet. Die Daimler-Truck-Aktie legte im XETRA-Handel zeitweise leicht zu. Deutlich stärker fiel die Reaktion bei Barclays aus: Die britische Investmentbank stufte das Papier von „Equal Weight“ auf „Overweight“ hoch und hob das Kursziel von 45 auf 55 Euro an.
Analyst Erwann Dargorne begründet die Hochstufung mit einer branchenweiten Verbesserung der Lage. Er erwartet, dass Absatzvolumina, Gewinne und Cashflow in den Jahren 2027 und 2028 spürbar anziehen. Daimler Truck sei dabei sein klarer Favorit für den anstehenden Aufschwung — noch vor Wettbewerbern wie Traton und Volvo. Als Argumente nennt er die starke Marktposition in Nordamerika sowie Fortschritte bei der Turnaround-Story in Europa, verbunden mit aus seiner Sicht deutlichem Nachholpotenzial in der aktuellen Bewertung.
Die kommenden Quartale werden zeigen, ob sich die von Barclays erwartete Erholung bei Gewinnen und Cashflow tatsächlich schon 2027 materialisiert. Vorerst liefert das zweite Quartal den ersten handfesten Beleg dafür, dass sich der nordamerikanische Markt von den Zollverwerfungen des Vorjahres löst.
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