D-Wave Quantum berichtet über einen technologischen Schritt, der laut Unternehmen den Weg zu deutlich größeren Quantenprozessoren ebnen soll. Demnach ist es D‑Wave erstmals gelungen, die Steuerung sogenannter Gate‑Model‑Qubits direkt auf dem Chip unter extrem niedrigen Temperaturen („kryogen“) zu integrieren.
D-Wave-Aktie: Unternehmen verspricht deutliche Erleichterungen für Gate-Model
Normalerweise benötigen solche Systeme hunderte Kabel, die aus dem Kühlsystem herausgeführt werden – ein massives Hindernis für größere Anlagen.
Laut Mitteilung soll die neue Lösung die Anzahl der benötigten Leitungen drastisch reduzieren, ohne die Qualität der Qubits zu verschlechtern. Der leitende D-Wave-Entwickler Trevor Lanting erklärt: „Ohne Steuerung direkt auf dem Chip und ohne Multiplexing bräuchten nutzbare Gate‑Model‑Computer eine unrealistisch große Menge an Kabeln und riesige Kühlkammern.“
D‑Wave-Aktie: NASA‑Know-how und neue Chip-Architektur
Für den Prototyp kombinierte D‑Wave einen sogenannten Fluxonium‑Qubit‑Chip mit einem mehrlagigen Steuerchip. Teile der Fertigung entstanden in Zusammenarbeit mit dem Jet Propulsion Laboratory der NASA, das über jahrzehntelange Erfahrung in supraleitender Mikroelektronik verfügt.
D‑Wave betont zudem, dass supraleitende Qubits deutlich schneller arbeiten als konkurrierende Ansätze wie Ionenfallen oder photonische Systeme. Das soll langfristig Vorteile bringen, wenn größere Prozessoren mit höheren Qualitätsanforderungen gebaut werden.
Zur Einordnung: D‑Wave verfolgt eine Doppelstrategie aus Quanten-Annealing und Gate‑Model‑Systemen – eine durch ambitionierte Strategie. Der neue Fortschritt könnte die Position des Unternehmens deutlich stärken, doch es bleibt unklar, wie schnell sich vor allem die Gate-Technologie in marktreife Produkte übersetzen lässt.
Annealing und Gate
Beim Annealing sucht der Quantencomputer – sehr vereinfacht gesagt– automatisch den „besten“ Zustand für ein Problem, während beim Gate‑Modell einzelne Rechenschritte wie bei klassischen Logikbausteinen gezielt hintereinander ausgeführt werden.
Annealing‑Systeme eignen sich vor allem für Optimierungsaufgaben wie Routenplanung oder Ressourcenverteilung, während Gate‑Modell‑Computer für allgemeine Quantenberechnungen gedacht sind, bei denen extrem komplexe Algorithmen ausgeführt werden – etwa zur Berechnung von Molekül-Simulationen.
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