D-Wave Quantum Aktie: Trump-Orders beflügeln Kurs

Zwei Dekrete von Präsident Trump zur Quantenstrategie und Cybersicherheit beflügeln den Kurs von D-Wave Quantum. Analysten bleiben optimistisch.

Auf einen Blick:
  • Trump unterzeichnet zwei Executive Orders
  • D-Wave legt nachbörslich 7,5 Prozent zu
  • Analysten sehen Kursziel bei 36,84 Dollar
  • Firma verfügt über 588 Millionen Dollar Barmittel

Zwei Dekrete, eine klare Botschaft: Die USA wollen die globale Führung in der Quantencomputing-Technologie sichern. Präsident Trump unterzeichnete am 22. Juni 2026 zwei Executive Orders, die den gesamten Sektor in Bewegung versetzten — und D-Wave Quantum gehörte zu den unmittelbaren Gewinnern.

Was die Dekrete konkret bedeuten

Die erste Order trägt den Titel „Ushering in the Next Frontier of Quantum Innovation“ und aktualisiert die nationale Quantenstrategie. Sie fördert Partnerschaften mit der US-Industrie und setzt das Ziel, den ersten Quantencomputer zu entwickeln, der eine neue Ära wissenschaftlicher Entdeckungen einläutet. Michael Kratsios, Direktor des White House Office of Science and Technology Policy, glaubt, das sei bis 2028 erreichbar.

Die zweite Order zielt auf Cybersicherheit. Regierungscomputer sollen bis 2030 oder 2031 auf quantenresistente Kryptografie umgestellt werden. Das schafft einen konkreten Beschaffungsimpuls — noch bevor Quantencomputer klassische Supercomputer überflügeln.

Kursreaktion und Analystenbild

D-Wave legte im nachbörslichen Handel am Montag rund 7,5 Prozent zu und kletterte auf etwa 26,30 Dollar. Im regulären Handel am Dienstag notiert die Aktie bei 21,51 Euro, was einem Plus von 0,28 Prozent entspricht. Auf Jahressicht liegt der Kurs noch gut zehn Prozent im Minus — über zwölf Monate beträgt das Plus allerdings 66 Prozent.

Kein Wunder, dass Analysten optimistisch bleiben. Dreizehn Experten empfehlen die Aktie zum Kauf, keiner rät zum Verkauf. Das durchschnittliche Kursziel liegt bei 36,84 Dollar, das höchste Einzelziel bei 45 Dollar. Für 2026 erwartet die Wall Street einen Umsatz von 42,42 Millionen Dollar — 2027 soll sich dieser Wert auf 85,21 Millionen Dollar nahezu verdoppeln.

Zeitgleich lieferte die Schweizer Großbank UBS einen strukturellen Orientierungspunkt: Quantenvorteil gegenüber klassischen Superrechnern könnte demnach um 2039 Realität werden. Das gibt dem Sektor einen groben Zeithorizont — und Investoren eine Grundlage, um Bewertungen einzuordnen.

Solide Bilanz trifft auf politischen Rückenwind

D-Wave tritt in diese neue Phase mit einer starken Ausgangslage. Die Barmittel und marktgängigen Wertpapiere beliefen sich zum Ende des ersten Quartals 2026 auf 588,4 Millionen Dollar — ein Anstieg von 93 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Das Unternehmen hat die Quantum-Circuits-Akquisition abgeschlossen, einen Zehnjahres-Vertrag über Quantum-Computing-as-a-Service mit einem Fortune-100-Konzern im Wert von zehn Millionen Dollar gesichert und Förderzusagen im Rahmen des CHIPS and Science Act erhalten.

Das Hauptrisiko bleibt die Bewertung. Viele Quantenaktien — darunter IonQ, Rigetti Computing und Quantum Computing Inc. — handeln stärker auf Basis von Technologie-Roadmaps als auf Basis laufender Umsätze. Der Weg zur breiten kommerziellen Nutzung dürfte ungleichmäßig verlaufen. Die politische Rückendeckung aus Washington ist real — aber sie ersetzt keine Einnahmen.

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