Am Freitag gerieten die Aktien von D-Wave Quantum unter Verkaufsdruck. Der Kurs gab um 5,0 Prozent nach und ging bei 14,02 Euro aus dem Handel. Einen eindeutigen operativen Grund für diesen Rücksetzer nannten Marktberichte nicht. Eine spürbare Kursstütze durch die jüngsten technischen Mitteilungen des Unternehmens blieb damit aus.
Parallel dazu geriet das Unternehmen ins Blickfeld juristischer Prüfungen. Am Donnerstag teilte die Kanzlei Pomerantz LLP mit, eine Untersuchung möglicher Ansprüche im Namen von Anlegern eingeleitet zu haben. Die Kanzlei rief betroffene Investoren dazu auf, sich zu melden. Bei diesem Schritt handelt es sich um das Vorhaben einer Anwaltskanzlei und ausdrücklich nicht um behördliche Erkenntnisse oder Feststellungen des Unternehmens.
Kooperationen und technologische Programme
Zuvor hatte das Unternehmen neue Initiativen zur Weiterentwicklung seiner Technologien vorgestellt. Dazu gehört der Start eines Beta-Programms für einen Simulator für gatterbasierte Quantencomputer.
Ausgewählte Organisationen aus Forschung und Industrie erhielten frühen Zugriff, darunter das Jülich Supercomputing Centre, die Bank BBVA, FirstQFM sowie die Florida Atlantic University. Die Partner sollen Anwendungen erproben, die auf dem fehlerbewussten Programmieransatz von D-Wave basieren.
Auf kommerzieller Ebene versucht das Unternehmen ebenfalls, die geschäftliche Nutzung seiner Systeme zu erweitern. Vor gut einer Woche vereinbarte der IT-Dienstleister CGI eine strategische Partnerschaft mit D-Wave Quantum.
Ziel dieser Kooperation ist es, den praktischen Einsatz von Quantencomputern in Unternehmen voranzutreiben. Die Zusammenarbeit konzentriert sich auf die Optimierung von Lieferketten in der Logistik, im Personen- und Gütertransport, im Bahnverkehr sowie im Einzelhandel.
Personalien und Einblicke in Gremien
Neben den Produktaktivitäten gab es personelle Veränderungen. Am 21. September berief D-Wave Bernard Gavgani in den Verwaltungsrat und in den Ausschuss für Cybersicherheit. Gavgani war zuvor als CIO der BNP Paribas Group tätig.
Zudem gaben Pflichtmitteilungen an die US-Börsenaufsicht SEC Einblick in Transaktionen leitender Angestellter. Bei Sophie C. Ames, Executive Vice President und Personalchefin, wurden am 15. September im Rahmen fällig gewordener Restricted Stock Units 1.544 Aktien zur Begleichung von Steuerpflichten einbehalten. Nach dieser Meldung belief sich ihr wirtschaftliches Eigentum auf 563.615 Aktien.
Deutlicher Abstand zum Jahreshoch
An der Börse konnten die technologischen Initiativen und personellen Schritte die Zurückhaltung der Investoren nicht auflösen. Mit dem jüngsten Kursverlust notiert die Aktie 65 Prozent unter ihrem 52-Wochen-Hoch. Für Marktteilnehmer steht die Frage im Raum, wann die vorgestellten Entwicklungen und Kooperationen in greifbare wirtschaftliche Ergebnisse münden.
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