Liebe Leserin, lieber Leser,
der Start ins neue Börsenjahr war der Aktie von D-Wave Quantum wahrlich gelungen. Von 26,15 US-Dollar noch am letzten Handelstag im Dezember in New York, waren die Papiere des Entwicklers von Quantencomputern am Mittwoch bis auf 32,15 Dollar gestiegen. Seitdem allerdings hat die D-Wave-Aktie wieder ordentlich abgegeben, notiert aktuell noch bei einem Kurs von 29,28 Dollar. Dabei hat das Unternehmen das Jahr operativ mit einem Paukenschlag begonnen.
D-Wave Quantum übernimmt Quantum Circuits
Denn der nach eigenen Angaben weltweit erste kommerzielle Anbieter von Quantencomputern hat mit Quantum Circuits Inc. („Quantum Circuits“), ein führender Entwickler von fehlerkorrigierenden, supraleitenden Gate-Modell-Quantencomputersystemen, in dieser Woche den Abschluss einer Fusionsvereinbarung bekanntgegeben. Gemäß dieser Vereinbarung wird D-Wave Quantum Circuits für einen Kaufpreis von 550 Millionen US-Dollar übernehmen, der sich
- aus 300 Millionen US-Dollar in D-Wave-Stammaktien
- sowie 250 Millionen US-Dollar in bar zusammensetzt
Entwicklung soll sich beschleunigen
„Durch den Zusammenschluss des weltweit führenden Unternehmens für Annealing-Quantencomputing mit dem weltweit führenden Entwickler von fehlerkorrigierender Gate-Modell-Technologie wird D-Wave die Entwicklung eines skalierten, fehlerkorrigierenden Gate-Modell-Quantencomputers deutlich beschleunigen und diesen parallel zu seinen kommerziellen Annealing-Quantensystemen anbieten“, heißt es in der Mitteilung.
Durch die Übernahme vereine D-Wave seine umfassende Expertise in der skalierbaren Steuerung supraleitender Prozessoren sowie seine produktionsreife, hochverfügbare Quanten-Cloud-Plattform mit Quantum Circuits‘ führendem Ansatz in der Gate-Modell-Technologie.
D-Wave will alle anderen überflügeln
Die Kombination dieser beiden Technologien soll demnach eine beschleunigte Markteinführung von Gate-Modell-Produkten ermöglichen. Das erste Ergebnis des beschleunigten Entwicklungsplans soll ein erstes Dual-Rail-System sein, dessen allgemeine Verfügbarkeit für 2026 geplant ist. „Mit dieser Übernahme hat D-Wave seine Position als weltweit führender Anbieter supraleitender Quantencomputer endgültig gefestigt“, sagte Alan Baratz, CEO von D-Wave. „Gemeinsam mit Quantum Circuits wird D-Wave die Branche voraussichtlich überflügeln und 2026 Gate-Modell-Produkte und -Dienstleistungen auf den Markt bringen“.
An der Börse allerdings hat das nicht so recht gezündet. Zwar noch deutlich über dem Kursstand von Ende des vergangenen Jahres, bewegt sich die D-Wave-Aktie aktuell ungefähr auf dem Niveau von vor einem Monat. Aufs Jahre gesehen allerdings steht bei den Papieren noch immer ein unfassbares Plus von mehr als 400 Prozent.
Kaufempfehlungen für D-Wave-Aktie
Ob dieser Preis für die Anteilscheine gerechtfertigt ist, dabei gehen die Meinungen auseinander. Die einen sehen im Quantencomputing das nächste große Ding nach der KI. Die anderen vermissen ein skalierbares Konzept für die Supercomputer, das sich gewinnbringend umsetzen ließe. Auch D-Wave ist weit davon entfernt, profotabel zu arbeiten.
Nichtsdestotrotz hatten Jefferies und Wedbush Securities im Dezember die D-Wave-Aktie in die Bewertung aufgenommen, mit durchaus ambitionierten Kurszielen
- Während Wedbush einen fairen Wert für die Anteilscheine von 35 US-Dollar sieht
- glaubt Jefferies an einen mittelfristigen Aufstieg der Aktie auf sogar 45 Dollar
Jefferies ist vom Quantencomputing offenbar genauso überzeugt wie vom Unternehmen, spricht laut Medienberichten von einem „Investmentthema, das eine ganze Generation prägen könnte“.
Wachsende Konkurrenz für D-Wave Quantum
In der Tat können Quantencomputer mathematische Probleme viel schneller lösen als konventionelle Rechner, beispielsweise beim Verschlüsseln von Daten, in der Materialforschung oder beim maschinellen Lernen für KI-Anwendungen. Die Technologie gilt mittelfristig auch als energieeffizienter, steht trotz großer Fortschritte aber nach wie vor am Anfang. Und ob D-Wave sich erfolgreich gegen die wachsende Konkurrenz wird durchsetzen können, ist alles andere als ausgemacht. Trotz des aktuellen Deals.
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