D-Wave Quantum hat am Sonntag eine neue Partnerschaft mit Nasdaq Verafin bekanntgegeben. Die Zusammenarbeit soll Quantencomputing gezielt für die Aufdeckung von Finanzkriminalität einsetzen. Im Fokus steht die Analyse komplexer Betrugs- und Geldwäschemuster im Banken- und Finanzdienstleistungssektor.
Für D-Wave ist die Kooperation ein weiterer Baustein im kommerziellen Ausbau abseits reiner Forschungsprojekte. Nachdem der Fehlerkorrektur-Durchbruch aus der Nature-Publikation vor rund zwei Wochen und die anschließende Ausweitung der Analysten-Coverage dem Kurs bereits spürbaren Auftrieb gegeben hatten – die Aktie legte seither um 6,9 Prozent beziehungsweise 3,6 Prozent zu –, zeigt der Deal mit Nasdaq Verafin, dass sich das Unternehmen zunehmend in konkreten Branchenanwendungen positioniert.
Erst Ende Juli hatte D-Wave zudem eine Ausweitung der Zusammenarbeit mit AT&T vermeldet, bei der die Quantentechnologie Netzoptimierungsaufgaben übernimmt, die zuvor rund eine Stunde beanspruchten und nun in unter 15 Sekunden erledigt werden.
Bookings wachsen deutlich, Umsatz bleibt flach
Der Rückenwind aus solchen Partnerschaften trifft auf eine Geschäftsentwicklung, die im zweiten Quartal 2026 ein zwiespältiges Bild zeigte. Die Auftragseingänge im ersten Halbjahr sprangen auf 35,5 Millionen US-Dollar, ein Plus von über 1.120 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum.
Die noch abzuarbeitenden Leistungsverpflichtungen (Remaining Performance Obligations) kletterten im ersten Halbjahr auf 40,7 Millionen US-Dollar, ein Anstieg von 668 Prozent. Der Umsatz selbst blieb dagegen im Quartalsvergleich flach, wobei mittlerweile 37,3 Prozent der QCaaS-Erlöse aus produktiven Anwendungen stammen statt aus reinen Testprojekten.
Das Management bekräftigte auf der Telefonkonferenz zu den Zahlen die Prognose von zwei Systemauslieferungen im laufenden Jahr und rechnet damit, dass der Großteil des Jahresumsatzes erst im vierten Quartal anfällt.
Diese Kombination aus explodierenden Buchungen bei stagnierendem Umsatz erklärt, warum mehrere Analysten nach der Vorlage der Zahlen ihre Kursziele senkten, ohne von ihrer grundsätzlich positiven Einschätzung abzurücken.
Roth Capital reduzierte das Kursziel auf 30 US-Dollar von zuvor 40 US-Dollar und beließ die Einstufung bei Kaufen. Canaccord senkte sein Ziel auf 35 von 41 US-Dollar, ebenfalls mit unveränderter Kaufempfehlung. Mizuho bestätigte am 13. August seine positive Einstufung.
Insiderverkäufe trüben das Bild leicht
Ein Wermutstropfen bleiben die Insidertransaktionen der vergangenen drei Monate: Führungskräfte, darunter Vorstandschef Alan Baratz und Finanzchef John Markovich, verkauften per saldo Aktien im Wert von rund 1,74 Millionen US-Dollar. Für Anleger ist das kein Alarmsignal, aber ein Kontrapunkt zur sonst positiven Nachrichtenlage rund um Partnerschaften und Forschungsfortschritte.
An der Börse hat sich die Aktie zuletzt stabilisiert. Am Montag schloss das Papier bei 18,03 Euro, nach einem Minus von 1,5 Prozent auf Tagesbasis. Damit notiert der Kurs knapp unter dem 50-Tage-Durchschnitt von 18,27 Euro, während der Abstand zum 52-Wochen-Hoch aus dem Oktober weiterhin erheblich ist.
Die nächsten Quartalszahlen sind für den 5. November angekündigt – bis dahin dürfte sich zeigen, ob sich das starke Buchungswachstum in den vierten Quartal hinein tatsächlich in Umsatz übersetzt.
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