D-Wave Quantum-Aktie: Im doppelten Widerspruch!

Die Aktie von D-Wave Quantum reagierte positiv auf den Quartalsbericht. Dabei hatten die Analysten ihre Kursziele zum Teil deutlich reduziert. Wie kann das sein?

Auf einen Blick:
  • Die D-Wave-Aktie reagierte mit einem Plus von sieben Prozent auf die Quartalszahlen
  • Die Analysten hatten zuvor fast alle ihre Prognosen gesenkt – jedoch auf hohem Niveau
  • Der Quantencomputer-Spezialisten macht kaum Umsatz, ist aber bereits Milliarden wert
  • Bringt ein schnelles Zwei-Qubit-Gatter den Durchbruch bei D-Wave Quantum?

Liebe Leserin, lieber Leser,

die Aktie von D-Wave Quantum bleibt sich treu – in ihrer Volatilität. Die Papiere des Quantencomputer-Spezialisten, der am Freitag seine Quartalszahlen vorgelegt hatte, machten an der Nasdaq einen ordentlichen Satz nach oben. Knapp sieben Prozent ging es mit der D-Wave-Aktie aufwärts auf 20,76 US-Dollar, obwohl die meisten Analysten ihre Kursziele reduzierten. Tatsächlich aber hat sie damit noch lange nicht auf das Niveau von Anfang Juli zurückgefunden, als knapp 25 Dollar auf dem Kurszettel standen. Der vermeintliche doppelte Widerspruch löst sich auf beim Blick auf die Prognosen, es war Enttäuschung auf hohem Niveau.

D-Wave Quantum Aktie Chart

D-Wave-Kursziele purzeln – und bleiben hoch

Roth Capital etwa senkte laut Tip Ranks das Kursziel für D-Wave Quantum von 40 auf 30 US-Dollar, während Kingsley Crane von Canaccord seines von 41 auf 35 Dollar reduzierte – die Kaufempfehlung blieb angesichts der Prognose jedoch bestehen. Auch das US-Analysehaus Jefferies senkte sein Kursziel von zuvor 45 auf 40 Dollar, Mizuho Securitiessenkte den fairen Wert von 35 auf 29 Dollar. Diese Anpassungen führten jedoch ebenfalls nicht zu Herabstufungen, auch Evercore ISI bestätigte seine Kaufempfehlung bei 37 Dollar Zielvorgabe.

  • Rosenblatt Securities nahm die Aktie von D-Wave mit einer Kaufempfehlung vom 43 US-Dollar in die Beobachtung auf, wie es auf der Seite heißt
  • Krish Sankar von TD Cowen verwies auf die zunehmende Marktakzeptanz und den erwarteten Umsatzanstieg durch Advantage2-Systeme in diesem Jahr

Doch es gab auch kritischere Stimmen. Northland Securities etwa beließ das Kursziel für die D-Wave-Aktie auf lediglich 22 US-Dollar. Ausgehend vom aktuellen Kursstand sehen die Analysten aus Minneapolis folglich kaum noch Luft nach oben beim Quantencomputer-Spezialisten. Sie loben allerdings das langfristige Potenzial im Quantencomputing, bleiben im Branchenvergleich bei D-Wave jedoch vorsichtig.

Umsatz von D-Wave Quantum stagnierte

Das verwundert zunächst: Das Auftragsvolumen für die ersten sechs Monate des Jahres 2026 belief sich bei D-Wave auf 35,5 Millionen US-Dollar; dies entspricht einem Anstieg von sagenhaften 1.120 Prozent gegenüber den 2,9 Millionen US-Dollar im gleichen Zeitraum des Vorjahres. Der Umsatz im zweiten Quartal 2026 allerdings belief sich auf lediglich 3,1 Mio. US-Dollar und blieb damit im Wesentlichen unverändert gegenüber Vorjahresquartal. Angesichts eines aktuellen Börsenwerts von D-Wave Quantum von 7,68 Milliarden US-Dollar fällt dieses aber kaum ins Gewicht.

  • Das gilt ebenso für den Nettoverlust für das zweite Quartal 2026, der sich auf 48,0 Mio. USD bzw. 0,13 USD pro Aktie belief
  • Dies entspricht laut Unternehmen einem Rückgang um 119,3 Mio. USD bzw. 0,42 USD pro Aktie gegenüber dem zweiten Quartal 2025

„Bedeutender Forschungsdurchbruch“

Weitaus bedeutender erscheint da die Nachricht vom Donnerstag, ein Tag vor den Zahlen: Da gab D-Wave einen nach eigenen Angaben „bedeutenden Forschungsdurchbruch bekannt, der den Weg zu praktischem, fehlertolerantem Gate-Modell-Quantencomputing ebnet“, wie es hieß. Eine in der renommierten Fachzeitschrift Nature veröffentlichte Studie beschreibe ein schnelles Zwei-Qubit-Gatter zur Erzeugung von Verschränkung (Entangling Gate), das die Vorteile der Fehlerkorrektur der supraleitenden Dual-Rail-Qubit-Architektur von D-Wave bewahre.

„Die Ergebnisse adressieren eine der wichtigsten Herausforderungen der Branche, indem sie den enormen quantenmechanischen und klassischen Hardware-Aufwand reduzieren, der üblicherweise für die Erkennung und Korrektur von Quantenfehlern bei der Skalierung von Systemen erforderlich ist“, so die Mitteilung. Die Forschungsergebnisse belegen demnach eine Wiedergabetreue (Fidelity) von rund 99,9 % bei Zwei-Qubit-Operationen sowie schnelle Gatter-Zeiten von etwa 500 Nanosekunden, ermöglicht durch eine native Fehlererkennung auf Hardware-Ebene.

Extreme Volatilität bei der D-Wave-Aktie

Was das letztlich für die D-Wave-Aktie bedeutet? Man weiß es einfach nicht. Allein im vergangenen Jahr pendelte sie zwischen 12,76 und 46,75 US-Dollar. Mehr Volatilität geht kaum.

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