Unverändert schwankungsstark präsentiert sich die Aktie von D-Wave Quantum. Das Papier ist am Freitag immerhin um gut 2 % gesunken. Es kostete am Ende 20,22 Euro. Das wiederum führen Beobachter derzeit auf den Börsengang eines anderen Unternehmens zurück: Quantinuum.
Quantinuum hat bei seinem Debüt an der Technologiebörse Nasdaq in den USA immerhin 1,68 Milliarden US-Dollar eingesammelt. Damit ist der Paukenschlag allerdings noch nicht vollständig beschrieben. Das Unternehmen wurde unmittelbar nach dem Start an der Börse bereits mit gut 14 bis 15 Milliarden US-Dollar bewertet. Das wiederum verändert selbstverständlich die Spielregeln in der Quantencomputerszene, vor allem an den Börsen.
D-Wave Quantum: Neue Konkurrenz
D-Wave Quantum steht damit bei Weitem nicht mehr allein in der Landschaft. Wer in diesem Sektor investieren möchte, kann genauso gut zum Neuling greifen. Das wiederum heißt, dass D-Wave Quantum, dessen Aktie zuvor bereits starken Spekulationen unterworfen war, jetzt möglicherweise noch weniger auf wirtschaftlichen Daten fußt und stattdessen stärker von Kapitalströmen be- oder entlastet wird.
Am Ende ist die ganze Szenerie rund um Quantencomputer sicherlich technisch interessant, weil hier die Rechenleistung wesentlich erhöht werden soll. Allerdings wird in diesem Sektor noch mit sehr hohen Verlusten gearbeitet. Dies betrifft vor allem D-Wave Quantum. Hier werden im laufenden Jahr Umsätze von vielleicht gut 40 Millionen US-Dollar erwartet. Das Unternehmen wird dabei einen Verlust im dreistelligen Millionenbereich ausweisen.
D-Wave Quantum Aktie Chart
Insofern sind Börsenbewertungen und wirtschaftliche Realität pro Geschäftsjahr derzeit kaum in Einklang zu bringen. Dennoch sind Analysten weiterhin der Meinung, dass die Aktie deutlich höher zu bewerten sei. Unter anderem auch deshalb, weil das US-Handelsministerium jüngst in einer Absichtserklärung angekündigt hatte, sich im Rahmen des sogenannten CHIPS Act mit gut 100 Millionen US-Dollar bei D-Wave Quantum beteiligen zu wollen. Damit soll die Quantentechnologie in den USA gestärkt werden.
Das Unternehmen hat außerdem den Vorteil, dass es über annähernd 600 Millionen US-Dollar an liquiden Mitteln verfügt und entsprechend investieren kann. Insofern sind die Wachstumsfantasien in gewisser Weise wirtschaftlich durchaus nicht unbegründet. Allerdings ist die Bewertung, wie oben beschrieben, maximal spekulativ.
Bei Kursen von über 20 Euro befindet sich die Aktie formal noch immer im Aufwärtstrend, und Analysten rechnen weiterhin mit steigenden Kursen.
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