Die Kassen sind voll, die Auftragsbücher füllen sich rasend schnell. D-Wave Quantum feiert massive operative Fortschritte und sichert sich frische Regierungsgelder. An der Börse zählt das aktuell wenig. Die Folge: Die Aktie des Quantencomputer-Pioniers gerät massiv unter die Räder.
Sektorweite Schwäche zieht Kurs nach unten
Der gesamte Quantencomputing-Sektor erlebte am 7. Juli einen deutlichen Rücksetzer. Auch D-Wave Quantum konnte sich diesem Abwärtssog nicht entziehen. Am Mittwoch schloss das Papier bei 18,02 Euro. Das entspricht einem Verlust von 8,50 Prozent auf Wochensicht.
Damit durchbricht der Titel wichtige technische Marken. Der Kurs notiert aktuell unterhalb der 200-Tage-Linie von 20,72 Euro. Ein RSI-Wert von 39,8 signalisiert eine angeschlagene kurzfristige Dynamik. Die hohe Volatilität zeigt, wie extrem die Aktie aktuell schwankt.
Neue Gelder für die Forschung
Trotz der Kursschwäche vermeldet das Unternehmen operative Erfolge. D-Wave erhält rund 1,5 Millionen US-Dollar aus einem staatlichen Förderprogramm. Die National Science Foundation unterstützt damit das sogenannte ERASE-Projekt. Der Konzern treibt hierbei die fehlerresistente Quanten-Hardware voran.
Diese Förderung ist Teil eines Budgets von vier Millionen Dollar. Die D-Wave-Tochter Quantum Circuits liefert dafür spezielle Hardware und Cloud-Schnittstellen. Analysten werten den Zuschlag als positiven Schritt. Er stärkt die Technologie-Roadmap und vertieft die Kontakte zur Regierung.
Analysten bleiben extrem optimistisch
Die Bilanz bietet dem Unternehmen enormen Spielraum. Zum Ende des Berichtsquartals verfügte D-Wave über liquide Mittel von 588,4 Millionen Dollar. Damit hat sich der Bestand gegenüber dem Vorjahr nahezu verdoppelt. Diese Summe sichert die Finanzierung für rund sechs Jahre.
Parallel dazu explodierten die Neubestellungen auf den Rekordwert von 33,4 Millionen Dollar. Die Wall Street honoriert diese Entwicklung spürbar.
Die Investmentbank Mizuho hob das Kursziel kürzlich auf 35 Dollar an. Roth Capital geht sogar noch weiter und sieht die Aktie bei 40 Dollar. Beide Häuser raten klar zum Kauf.
Der Kontrast zwischen technischem Fortschritt und schwachem Aktienkurs bleibt extrem. Der Quartalsbericht im August liefert den nächsten harten Datenpunkt. Das Management muss dann beweisen, dass sich die Bestellungen in wiederkehrende Umsätze verwandeln. Gelingt diese Transformation, verliert der aktuelle Abwärtstrend massiv an Kraft.
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