D-Wave: Analysten sehen 70 Prozent Aufwärtspotenzial

Trotz Rekordbuchungen und positiver Analystenstimmen fällt der D-Wave-Aktienkurs weiter. Der anstehende Investor Day soll die Lücke zwischen Erwartung und Realität schließen.

Auf einen Blick:
  • Analysten sehen Kurspotenzial von über 70 Prozent
  • Rekordbuchungen von 33,4 Millionen Dollar im ersten Quartal
  • Umsatz fällt auf 2,86 Millionen Dollar zurück
  • Investor Day am 1. Juni als wichtiger Termin

Starke Buchungen, schwache Umsätze und ein Analyst-Konsens, der weit über dem aktuellen Kurs liegt — bei D-Wave Quantum klaffen Erwartung und Realität derzeit weit auseinander. Das Unternehmen nutzt eine intensive Konferenzwoche, um Investoren von seiner Wachstumsstory zu überzeugen.

Analysten kürzen Ziele, bleiben aber überzeugt

Nach den Q1-Zahlen für 2026 hat Mizuho sein Kursziel auf 29 Dollar gesenkt, Canaccord auf 41 Dollar — beide Häuser behielten ihre positive Einstufung. Jefferies-Analyst Kevin Garrigan hält sogar an einem Kursziel von 45 Dollar fest.

Der breite Analystenkreis zeigt sich kaum beeindruckt von den Korrekturen. 13 Analysten vergeben im Schnitt ein „Strong Buy“-Rating, das durchschnittliche Kursziel liegt bei 34,77 Dollar — mehr als 70 Prozent über dem jüngsten US-Schlusskurs. Die Spanne reicht von 13 bis 45 Dollar, was die unterschiedlichen Einschätzungen zur Reife des Quantencomputing-Markts widerspiegelt.

Zahlen mit zwei Gesichtern

Der Q1-Bericht lieferte ein gemischtes Bild. Der Quartalsumsatz fiel auf 2,86 Millionen Dollar, nach 15 Millionen Dollar im Vorjahreszeitraum. Der Nettoverlust weitete sich auf 18,36 Millionen Dollar aus.

Auf der anderen Seite: Rekord-Buchungen von 33,40 Millionen Dollar — getragen von einem Systemverkauf über 20 Millionen Dollar und einem Enterprise-Vertrag über 10 Millionen Dollar. Für das Gesamtjahr 2025 hatte D-Wave einen Umsatz von 24,59 Millionen Dollar ausgewiesen, ein Plus von 179 Prozent gegenüber dem Vorjahr.

Das Kernproblem bleibt die Lücke zwischen Buchungen und tatsächlich realisiertem Umsatz. Ob das Unternehmen sein Auftragspolster in wiederkehrende Quantum-as-a-Service-Erlöse umwandeln kann, ist die entscheidende operative Frage.

Roadshow und Europa-Expansion

Diese Woche startet D-Wave eine dichte Konferenzrunde. Auf dem Programm stehen unter anderem die J.P. Morgan Global Technology Conference am 20. Mai in Boston, das virtuelle Canaccord Genuity Quantum Symposium am 21. Mai sowie die TD Cowen Technology Conference am 28. Mai in New York. Am 1. Juni folgt ein erstmaliger Investor Day an der New York Stock Exchange.

Parallel baut das Unternehmen seine Europa-Präsenz aus. Am 18. Juni veranstaltet D-Wave in London die Konferenz „Qubits Europe 2026: Quantum Realized“ — mit Live-Demos und Updates zur Annealing- und Gate-Modell-Hardware.

Kurs weit unter Jahreshoch

An den Märkten spiegelt sich die Analysten-Euphorie bislang nicht wider. Die Aktie notiert aktuell bei 17,52 Euro — rund 27 Prozent unter dem Jahresanfangsniveau und mehr als 54 Prozent entfernt vom 52-Wochen-Hoch bei 38,48 Euro. Der RSI von 30 deutet auf überverkauftes Terrain hin, die annualisierte Volatilität von über 111 Prozent zeigt, wie stark die Kursschwankungen bleiben.

Der Investor Day am 1. Juni dürfte zum nächsten Stresstest werden: Dann muss das Management erklären, wann aus Buchungsrekorden auch Umsatzrekorde werden.

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