D-Wave: 42,4 Millionen Auftragsbestand (+563%)

D-Wave verzeichnet trotz eines Umsatzeinbruchs von 81 Prozent einen Rekord bei den Buchungen und Aufträgen. Der Markt fokussiert sich auf die künftige Umsetzung.

Auf einen Blick:
  • Umsatz fällt um 81 Prozent
  • Buchungen erreichen Rekordniveau
  • Auftragsbestand steigt um 563 Prozent
  • CEO behält Aktien aus Steuergründen ein

Umsatz bricht ein, Aufträge springen nach oben: Bei D-Wave Quantum passt das aktuelle Zahlenbild nicht sauber in eine Schublade. Der Markt schaut deshalb weniger auf den gemeldeten Quartalsumsatz. Wichtiger wirkt derzeit die Frage, wie schnell aus großen Buchungen echte Erlöse werden.

Buchungen überlagern schwachen Umsatz

Im ersten Quartal sank der Umsatz nach US-Rechnungslegung um 81 Prozent auf 2,86 Millionen US-Dollar. Die Buchungen erreichten dagegen einen Rekordwert von 33,4 Millionen US-Dollar. Genau dieser Bruch prägt die aktuelle Bewertung.

Die Dynamik deutet auf einen Übergang hin. D-Wave kommt aus einer Phase kleiner Pilotprojekte und will stärker in größere Systemverkäufe hineinwachsen. Ein Beispiel ist die Vereinbarung mit der Florida Atlantic University über 20 Millionen US-Dollar.

Auch der Auftragsbestand legt kräftig zu. Die noch nicht erfüllten Leistungsverpflichtungen stiegen auf 42,4 Millionen US-Dollar, ein Plus von 563 Prozent. Damit bekommt der Blick nach vorn mehr Gewicht als die schwache Umsatzzeile.

Konkurrenz liefert harte Vergleichswerte

Der Vergleich mit anderen Quantenwerten fällt gemischt aus. IonQ steigerte den Umsatz um 755 Prozent auf 64,7 Millionen US-Dollar. Rigetti Computing verdreifachte seine Erlöse auf 4,4 Millionen US-Dollar.

Neue Anbieter setzen ebenfalls Marken. Infleqtion meldete einen Rekordumsatz von 9,5 Millionen US-Dollar und hob den Ausblick an. Xanadu Quantum Technologies vervierfachte den Umsatz auf 2,8 Millionen US-Dollar.

D-Wave steht damit nicht allein in einem wachsenden Markt. Allerdings zeigt der Abstand zwischen Umsatz und Buchungen, dass das Unternehmen seinen kommerziellen Schwung erst noch in die Gewinn- und Verlustrechnung bringen muss.

Insiderdaten und Großinvestoren

Pflichtmeldungen bei der SEC vom 13. Mai 2026 zeigen Aktienbewegungen im Management. CEO Alan Baratz ließ 18.542 Aktien zu 22,35 US-Dollar einbehalten, um Steuerpflichten aus unverfallbaren Aktienrechten zu erfüllen.

Das ist keine klassische Veräußerung aus freiem Entschluss. Baratz hält weiterhin mehr als 3,29 Millionen Aktien direkt. Bei Sophie Ames wurden 23.850 Aktien einbehalten, bei Diane Nguyen waren es 2.459 Stück.

Institutionelle Investoren bauen parallel dazu Positionen aus. Vanguard erhöhte den Bestand um 41,2 Prozent. UBS stockte um mehr als 500 Prozent auf 12,09 Millionen Aktien auf.

Aktie bleibt technisch angeschlagen

Am Donnerstag schloss die Aktie bei 18,86 Euro. Auf Monatssicht steht ein Plus von 7,01 Prozent, seit Jahresanfang aber ein Minus von 21,45 Prozent. Das passt zum Bild eines Titels mit hoher Erwartung und hoher Schwankung.

Vom 52-Wochen-Hoch bei 38,48 Euro ist der Kurs weit entfernt. Der Abstand beträgt rund 51 Prozent, obwohl die Aktie klar über dem 50-Tage-Durchschnitt von 15,65 Euro notiert. Kurz gesagt: Die Erholung läuft, der alte Höhenflug ist aber nicht zurück.

Analystenseitig bleibt die Einschätzung überwiegend positiv. Simply Wall St nennt einen fairen Wert von 40,65 US-Dollar, der breite Konsens liegt bei 34,67 US-Dollar. Mizuho senkte sein Kursziel auf 29,00 US-Dollar, verweist aber weiter auf die kommerzielle Traktion.

Am 1. Juni folgt ein Investorentag an der New York Stock Exchange. Dort muss D-Wave vor allem erklären, wie die Rekordbuchungen in Umsatz übergehen. Gelingt dieser Schritt sichtbar, bekommt die hohe Bewertung ein solideres Fundament.

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