Ein 2-Milliarden-Dollar-Paket aus Washington hat die Quantencomputing-Branche in eine Rallye katapultiert. D-Wave Quantum führt den Sprint an – die Aktie schoss am Freitag um weitere 13 Prozent nach oben. Auf Wochensicht summiert sich das Plus auf knapp 43 Prozent. Das entspricht einem Kurssprung von rund 18 auf über 25 Euro.
Der Auslöser: Die US-Regierung will neun führende Quantenfirmen direkt mit Eigenkapitalbeteiligungen stützen. Das Handelsministerium sichert damit die heimische Lieferkette für eine Schlüsseltechnologie. D-Wave gehört zu den ersten Adressaten dieser strategischen Förderung.
Optionsmarkt dreht durch
Die Euphorie greift auf den Derivatehandel über. Am Freitag wechselten fast 500.000 Optionskontrakte den Besitzer – 110 Prozent mehr als im 30-Tage-Schnitt. Drei Viertel entfielen auf Call-Optionen, also Wetten auf steigende Kurse. Der Markt interpretiert das Förderpaket als offizielle Anerkennung der kommerziellen Reife der gesamten Branche.
Nicht nur D-Wave profitiert. Auch Rigetti Computing zog um bis zu 22 Prozent an, IonQ gewann knapp acht Prozent. Der gesamte Sektor erfährt eine Neubewertung.
Einzigartige Position als Dual-Plattform-Anbieter
D-Wave ist derzeit das einzige Unternehmen, das sowohl Annealing- als auch Gate-Modell-Systeme anbietet. Die staatlichen Mittel sollen die Entwicklung der nächsten Hardware-Generation beschleunigen – in Florida und British Columbia.
Das Ziel: ein 100.000-Qubit-Annealing-System und ein kommerziell nutzbares Gate-Modell mit 10.000 physikalischen Qubits. CEO Alan Baratz spricht von einem „Turbo für die heimische Quanteninnovation“. Die Anwendungen sollen schneller zu den Kunden kommen.
Fundamentale Bilanz bleibt gemischt
Trotz des Höhenflugs: Die Finanzzahlen mahnen zur Vorsicht. Im ersten Quartal 2026 verdiente D-Wave minus 0,05 Dollar je Aktie – besser als erwartet. Der Umsatz enttäuschte mit 2,86 Millionen Dollar. Die Analysten hatten 4,19 Millionen erwartet.
Aus technischer Sicht liegt die Aktie deutlich über dem 50-Tage-Schnitt von 16 Euro. Das 52-Wochen-Hoch bei gut 38 Euro ist aber noch über 34 Prozent entfernt. Die Marke von 26,50 Euro diente am Freitag als intrades Tageshoch. Hier könnte in der kommenden Woche der nächste Widerstand lauern.
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