Ein Kursrückgang von rund 7 Prozent am Freitag, ein Verlust von mehr als 27 Prozent seit Jahresbeginn — und trotzdem halten die meisten Analysten an ihrer Kaufempfehlung fest. Bei D-Wave Quantum klaffen Kursentwicklung und Analystenmeinung weit auseinander.
Quartalszahlen lösen Verkaufswelle aus
Das erste Quartal 2026 lieferte ein gemischtes Bild. Der Nettoverlust weitete sich auf 18,4 Millionen Dollar aus, verglichen mit 5,4 Millionen Dollar im Vorjahreszeitraum. Höhere Betriebskosten und ein schwächerer Bruttogewinn trieben den Verlust — ein Steuervorteil von 28,5 Millionen Dollar aus der Übernahme von Quantum Circuits federte ihn teilweise ab.
Die Betriebskosten stiegen um 125 Prozent auf 56,5 Millionen Dollar. Haupttreiber waren Kosten aus der Quantum-Circuits-Akquisition. Auf der anderen Seite sprangen die Buchungen um fast 2.000 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Subscriptions wuchsen um 15 Prozent, Professional Services um 26 Prozent.
Analysten kürzen Ziele, behalten Überzeugung
Die Quartalszahlen lösten eine Runde von Kurszielsenkungen aus. Mizuho reduzierte sein Ziel auf 29 Dollar, behält aber die Outperform-Einstufung. Canaccord senkte auf 41 Dollar, bleibt bei Kaufen. Jefferies-Analyst Kevin Garrigan hielt sein Kursziel von 45 Dollar unverändert und verwies auf eine klar erkennbare Nachfrage nach der Technologie.
Insgesamt decken 13 Analysten die Aktie mit einem Konsens-Kursziel von 34,77 Dollar. Das entspricht einem Aufwärtspotenzial von rund 70 Prozent gegenüber dem letzten Schlusskurs von 20,35 Dollar. Der europäische Handelspreis lag zuletzt bei 17,48 Euro — unterhalb des 200-Tage-Durchschnitts, mit einem RSI von knapp 35 im überverkauften Bereich.
Starke Bilanz, langer Zeithorizont
Ein zentrales Argument der Bullen ist die Bilanz. Die liquiden Mittel und Wertpapiere summierten sich zum Quartalsende auf 588,4 Millionen Dollar — ein Anstieg von 93 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Das gibt dem Unternehmen Spielraum, ohne kurzfristigen Kapitalzwang.
Die Technologie-Roadmap ist ambitioniert. D-Wave plant ein System mit rund 175 Dual-Rail-Qubits sowie einen Entwurf für ein 1.000-Qubit-System bis Ende 2028. Bis 2030 soll ein System mit 10 logischen Qubits folgen. Den Meilenstein von 100 logischen Qubits — als Schwelle für erste echte Quantennützlichkeit gehandelt — peilt das Unternehmen für 2032 an.
Investor Day als nächster Prüfstein
Das Management nimmt bis Anfang Juni an mehreren Investorenkonferenzen teil, darunter Veranstaltungen von J.P. Morgan, TD Cowen und Baird. Der wichtigste Termin ist der erste Investor Day des Unternehmens am 1. Juni an der New York Stock Exchange. Unter dem Motto „The D-Wave Difference“ will das Management Roadmap, Buchungsdynamik und Finanzstrategie vorstellen.
Für das zweite und dritte Quartal erwartet D-Wave Verluste von je 0,08 Dollar je Aktie. Der Umsatz soll von 6,26 Millionen Dollar im zweiten auf 12,85 Millionen Dollar im dritten Quartal steigen. Ob der Buchungssprung sich in diesem Tempo in echte Erlöse übersetzt, wird am 1. Juni die entscheidende Frage sein.
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