Nach den deutlichen Verlusten am Vortag verzeichnet die Aktie von CVS Group am heutigen Freitag ein Kursplus von 4,9 Prozent auf 12,81 GBP. Am Donnerstag hatte der britische Veterinärdienstleister seine Ergebnisse für das Geschäftsjahr 2026 vorgelegt. Während das verlangsamte organische Wachstum die Anleger zunächst verunsicherte und den Kurs auf 12,21 GBP drückte, setzte zum Wochenausklang eine Erholungsbewegung ein.
Organisches Wachstum bremst Jahresbilanz
Im abgelaufenen Geschäftsjahr 2026 steigerte CVS Group den Umsatz um 5,9 Prozent auf 712,8 Millionen GBP. Das bereinigte Ergebnis je Aktie legte um 6,9 Prozent auf 85,6 Pence zu, während das bereinigte EBITDA rund 141,5 Millionen GBP erreichte.
Trotz dieser Zuwächse geriet das Papier nach der Vorlage unter Verkaufsdruck. Ausschlaggebend war das flächenbereinigte Umsatzwachstum, das mit 2,1 Prozent hinter der unternehmenseigenen Zielspanne von 4 bis 8 Prozent zurückblieb. Medienberichten zufolge führten extreme Wetterbedingungen sowie eine schwächere britische Konsumstimmung im Schlussquartal zu einer Verlangsamung der Geschäftsaktivität.
Expansion in Australien und Ende des CMA-Verfahrens
In der Präsentation der Geschäftsführung um CEO Richard Fairman, CFO Robin Alfonso und Chief Veterinary Officer Paul Higgs rückten strategische Fortschritte in den Mittelpunkt. Besonders das Auslandsgeschäft stützte das Wachstum: Die Erlöse in Australien stiegen im Geschäftsjahr 2026 auf 79,1 Millionen GBP nach 52,1 Millionen GBP im Vorjahr.
Mit einem flächenbereinigten Zuwachs von 3,0 Prozent entwickelte sich der australische Markt robuster als das Geschäft im Vereinigten Königreich. CVS schloss dort im Jahresverlauf sechs Übernahmen mit 14 Standorten für insgesamt 43,3 Millionen GBP ab.
Gleichzeitig vermeldete die Unternehmensführung den Abschluss der Untersuchung durch die britische Wettbewerbsbehörde Competition and Markets Authority. Im Zuge dessen unterzeichnete der Konzern bereits Verträge für die erste Akquisition im Vereinigten Königreich nach Verfahrensende: den Kauf einer Praxis mit neun Vollzeit-Tierärzten für eine anfängliche Gegenleistung von 15,0 Millionen GBP.
Refinanzierung und Kapitalrückflüsse
Für den weiteren Expansionskurs sicherte sich das Unternehmen finanzielle Spielräume. CVS schloss eine Refinanzierung über zugesagte Kreditfazilitäten in Höhe von 350 Millionen GBP ab, deren Laufzeiten bis Mai 2030 beziehungsweise Mai 2031 reichen.
Parallel baute der Konzern das Abonnementmodell aus: Das Programm Healthy Pet Club, das im Juli 2026 um eine erweiterte Variante ergänzt wurde, trug im Geschäftsjahr 2026 Erlöse von 95,5 Millionen GBP bei.
Zudem setzte das Management Mittel für Aktienrückkäufe ein. Nach 31,7 Millionen GBP im Geschäftsjahr 2026 plant CVS für das Geschäftsjahr 2027 Rückkäufe von bis zu 38,0 Millionen GBP. Analystenseitig stieß das Zahlenwerk am Donnerstag auf eine positive Reaktion der Berenberg Bank: Das Institut bekräftigte seine Kaufempfehlung und rief für die Aktie ein Kursziel von 2.000 Pence auf.
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