CSL Aktie: TAVNEOS-Zulassung in Europa widerrufen

CSL verzeichnete 2026 einen Milliardenverlust, hält an der Dividende fest und setzt für 2027 auf Gewinnwachstum sowie neue Medikamente.

Auf einen Blick:
  • EU entzieht TAVNEOS die Zulassung
  • Vifor erwartet sinkende Erlöse
  • Bereinigter Gewinn trotz Milliardenverlust
  • Ex-Dividenden-Tag am 9. September

Anleger von CSL blicken in diesen Tagen auf eine gemischte Nachrichtenlage, die von operativen Fortschritten bei der Produktpipeline einerseits und regulatorischen Rückschlägen in Europa andererseits geprägt ist.

Während sich das Unternehmen nach einem tiefgreifenden Transformationsjahr neu aufstellt, rückt zudem der bevorstehende Ex-Dividenden-Tag näher. Trotz eines herausfordernden Marktumfelds verzeichnet die Aktie seit Jahresbeginn ein Plus von 6,4 % und konnte sich nach einer Phase der Neuausrichtung zuletzt stabilisieren.

Zulassungsentzug für TAVNEOS belastet Vifor-Sparte

Ein bedeutender Dämpfer für die Sparte CSL Vifor kam bereits Anfang August aus Brüssel. Wie das Unternehmen mitteilte, hat die Europäische Kommission die Entscheidung getroffen, die Zulassung für das Medikament TAVNEOS (Avacopan) in der Europäischen Union sowie im Europäischen Wirtschaftsraum zu widerrufen. Diese Entscheidung betrifft die Behandlung von Patienten mit schwerer aktiver Granulomatose mit Polyangiitis oder mikroskopischer Polyangiitis.

Dieser regulatorische Rückzug verstärkt den Druck auf das Segment CSL Vifor, das bereits mit Gegenwind durch Generikakonkurrenz bei Eisenprodukten kämpft. Medienberichten zufolge rechnet das Management für diesen Bereich künftig mit einem Umsatzrückgang von etwa 25 %.

Ein weiterer Faktor für diese Prognose ist das Auslaufen des TDAPA-Programms in den USA zum 31. Dezember 2026, welches bisher die Erlöse des Dialyse-Medikaments VELPHORO stützte. Im abgelaufenen Geschäftsjahr konnte dieser Bereich noch ein Umsatzwachstum von 18 % auf 1,0 Milliarde US-Dollar verzeichnen, bevor die Dynamik zuletzt nachließ.

Transformationsprozess und Ausblick auf das neue Geschäftsjahr

Die strategische Einordnung des Unternehmens erfolgt vor dem Hintergrund der vor gut einer Woche präsentierten Zahlen für das Geschäftsjahr 2026, das die Konzernleitung als „Reset-Jahr“ bezeichnete.

Ein massiver Wertberichtigungsbedarf in Höhe von 7,1 Milliarden US-Dollar sowie Restrukturierungskosten führten zu einem statutarischen Nettoverlust von 2,6 Milliarden US-Dollar. Dem gegenüber steht jedoch ein bereinigter Gewinn (NPATA) von 3,1 Milliarden US-Dollar, was die grundsätzliche Profitabilität des operativen Geschäfts unterstreicht.

Für das kommende Geschäftsjahr 2027 strebt CSL eine Rückkehr zu nachhaltigem Wachstum an und prognostiziert eine Steigerung des bereinigten Gewinns um etwa 5 %. Hoffnung macht dabei die Produktpipeline: Für das Medikament ANDEMBRY (Garadacimab-gxii) zur Behandlung des hereditären Angioödems liegen positive Daten aus einer Phase-3b-Studie für Kinder vor.

Laut Unternehmensangaben ist geplant, die entsprechenden Zulassungsanträge für die pädiatrische Indikation in der ersten Hälfte des laufenden Geschäftsjahres einzureichen.

Dividende und wichtige Termine für Anleger

Trotz der hohen Abschreibungen hält das Unternehmen an seiner Ausschüttungspolitik fest. Für das zum 30. Juni endende Halbjahr wurde eine ordentliche Dividende von 1,62 US-Dollar pro Aktie festgesetzt. Wer von dieser Ausschüttung profitieren möchte, muss den 9. September im Blick behalten – an diesem Tag wird das Papier ex Dividende gehandelt. Die Auszahlung an die Aktionäre ist für den 2. Oktober vorgesehen.

Am Markt wurde die Neuausrichtung des Konzerns in den vergangenen Wochen positiv aufgenommen, was sich in einer Kurssteigerung von 34 % innerhalb der letzten 30 Tage widerspiegelt. Dennoch notiert der Wert mit 106,00 Euro noch rund 15 % unter seinem 52-Wochen-Hoch von 124,12 Euro, das im Oktober vergangenen Jahres erreicht wurde.

Weitere Impulse für die langfristige Strategie werden von der anstehenden Jahreshauptversammlung am 27. Oktober erwartet, bei der das Management detaillierter auf die Fortschritte des Transformationsprogramms eingehen dürfte.

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