Nach einem monatelangen Abverkauf zeichnet sich bei CSL eine Kurserholung ab. Die Aktie des Biotech-Konzerns legte zuletzt um 2,42 Prozent auf 66,41 Euro zu. Auf Monatssicht summiert sich das Plus auf 9,14 Prozent.
Der jüngste Aufschwung kommt nicht von ungefähr. Anfang Juni war die CSL-Aktie auf ein 52-Wochen-Tief von 56,41 Euro gefallen. Seither haben Schnäppchenjäger den Titel wieder aufgegriffen – der Abstand zum Tief beträgt inzwischen knapp 18 Prozent.
Was hinter dem Einbruch steckt
Die Erholung relativiert sich beim Blick auf das große Bild. Seit Jahresbeginn hat die Aktie 32 Prozent verloren, über zwölf Monate sind es sogar 51 Prozent. Vom Hoch bei 152,68 Euro aus dem Juli 2025 trennen das Papier 56 Prozent.
Mehrere Faktoren haben den Kurs gedrückt. Der Kapitalabfluss aus dem Gesundheitssektor traf CSL ebenso wie die schleppende Normalisierung der Plasmaspenden nach der Pandemie. Hinzu kamen schwächere Albumin-Preise in China und ein milliardenschwerer Wertberichtigungsbedarf aus der Vifor-Übernahme. Auch ein CEO-Wechsel verunsicherte Anleger.
Viele Investoren glauben inzwischen, dass die schlechten Nachrichten eingepreist sind. Das Kerngeschäft mit Plasmamedikamenten und Immunglobulinen gilt als stabil. Wiederkehrende Nachfrage und überschaubare Konkurrenz bilden ein solides Fundament.
Analysten uneins
Die Einschätzungen der Experten gehen auseinander. Von 18 Analysten raten zehn zum Halten, acht zum Kauf. Einige erwarten, dass das laufende Geschäftsjahr den Tiefpunkt im Gewinnzyklus markiert. Ab 2027 könnte ein Transformationsprogramm mit Kosteneinsparungen und günstigeren Plasmakosten für neuen Schwung sorgen.
Die technische Hürde bleibt hoch. Der Aktienkurs notiert unter dem 50-Tage-Durchschnitt von 69,34 Euro und weit unter der 200-Tage-Linie bei 93,08 Euro. Der RSI von 56,4 signalisiert weder Überkauft- noch Überverkauft-Situation. Eine nachhaltige Erholung müsste erst noch den Widerstand im Chart brechen.
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