Der Biotech-Konzern CSL zeigt Lebenszeichen. Nach einem brutalen Jahresverlust von über 25 Prozent steigt die Aktie seit Juni wieder deutlich. Am Freitag legte das Papier um 2,23 Prozent auf 72,86 Euro zu – die dritte grüne Woche in Folge.
Seit dem Tief bei 56,41 Euro Anfang Juni sind es satte 30 Prozent nach oben. Der RSI steht bei 64,5 – Aufwärtsdynamik, aber noch keine Überhitzung. Die 50-Tage-Linie bei 66,45 Euro ist zurückerobert. Der nächste Widerstand liegt bei 76,53 Euro, dem 100-Tage-Durchschnitt.
Rückschlag für Vifor-Tochter
Doch die Erholung hat einen Haken. Die EMA-Kommission CHMP empfiehlt, die Zulassung für das Medikament Tavneos (Vifor-Division) in der EU zu entziehen. Grund sind manipulierte Studiendaten. CSL hat bereits aufgehört, neue Patienten mit dem Mittel zu behandeln.
Das ist ein klarer Dämpfer für die Strategie, das Geschäft breiter aufzustellen. Analysten rechnen für das laufende Geschäftsjahr mit Umsätzen von rund 15,2 Milliarden US-Dollar – ein leichter Rückgang von zwei Prozent. Längerfristig bleibt die Prognose optimistischer. Für 2029 liegt die Konsensschätzung bei 16,9 Milliarden US-Dollar und einem Gewinn von 3,2 Milliarden.
Führungskräfte kaufen ein
Ein starkes Signal kommt aus der Chefetage. Mehrere Directors haben im Juni Aktien gekauft. Carolyn Hewson legte 1.036 Stücke ins Depot, Gordon Naylor 1.100 und Alison Watkins sogar 2.540. Solche Käufe signalisieren: Das Management glaubt an die Wende.
Auch australische Fonds sehen CSL nach dem Absturz als Schnäppchen im Gesundheitssektor. Die Insidertransaktionen geben der Aktie einen psychologischen Boden.
Technische Trendwende?
Von einer vollständigen Erholung ist die Aktie noch weit entfernt. Der Kurs liegt fast 20 Prozent unter der 200-Tage-Linie bei 90,81 Euro. Vom 52-Wochen-Hoch bei 152,68 Euro ist das Papier sogar 52 Prozent entfernt.
Die erfolgreiche Erholung von den Juni-Tiefs deutet aber darauf hin, dass der Boden gefunden sein könnte. Entscheidend wird der Sprung über die 100-Tage-Linie. Gelingt er, wäre das ein klares Signal für eine nachhaltige Trendwende. Derzeit fehlt dafür noch ein konkreter fundamentaler Auslöser – die Insiderkäufe allein reichen nicht.
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