CSG Aktie: Polen-Deals über 250 Millionen Euro

CSG N.V. sichert sich Aufträge über 250 Millionen Euro für Munitionsteile und Fahrgestelle in Polen und übertrifft mit Halbjahreszahlen die Erwartungen.

Auf einen Blick:
  • Neue Aufträge aus Polen
  • Halbjahreszahlen übertreffen Erwartungen
  • Drei Joint Ventures angekündigt
  • Aktie steigt um 44 Prozent

CSG N.V. baut sein Auftragspolster in Polen weiter aus. Nach einer Vereinbarung über Zündmechanik-Komponenten für 155-Millimeter-Artilleriemunition mit dem staatlichen Hersteller Zakłady Metalowe Dezamet, einer Tochter der PGZ-Gruppe, im Wert von über 100 Millionen Euro, meldete das Unternehmen am Freitag drei weitere Bestellungen von Huta Stalowa Wola (HSW) mit einem Bruttowert von mehr als 150 Millionen Euro.

Die Aufträge betreffen mehrere Hundert Fahrgestelle für 4×4- und 6×6-Fahrzeuge der Programme Waran und Heron, die bis 2029 im Rahmen des EU-Programms SAFE ausgeliefert werden sollen.

Zwei Aufträge binnen 48 Stunden

Die Dichte der Meldungen aus Polen unterstreicht, wie stark CSG derzeit von der europäischen Aufrüstung profitiert. Bereits am 13. August hatte HSW die formellen Bestellungen für die Chassis-Lieferungen bestätigt, die für multifunktionale Militärfahrzeuge der polnischen Rüstungsagentur vorgesehen sind.

Einen Tag zuvor war die Ammunitionskomponenten-Vereinbarung mit Dezamet publik geworden. Zusammen summieren sich die beiden polnischen Deals auf ein Auftragsvolumen von über 250 Millionen Euro und reihen sich in eine ganze Serie strategischer Schritte ein, die CSG in den vergangenen Wochen verkündet hat.

Halbjahreszahlen als Fundament

Die Grundlage für den aktuellen Nachrichtenfluss legte CSG bereits Anfang des Monats. Am 7. August meldete der Konzern einen Halbjahresumsatz von 3,25 Milliarden Euro, ein Plus von 17,2 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum, sowie ein operatives EBIT von 784 Millionen Euro, ein Anstieg um 12,7 Prozent.

Beide Werte übertrafen die Analystenschätzungen von 3,14 Milliarden Euro Umsatz und 764 Millionen Euro EBIT. Gleichzeitig bekräftigte das Management die Jahresprognose von 7,4 bis 7,6 Milliarden Euro Umsatz bei einer operativen EBIT-Marge zwischen 24 und 25 Prozent.

Parallel zu den Zahlen kündigte CSG drei neue Joint Ventures an: Firecrest Aerospace zur Fertigung von Drohnentriebwerken in den USA, Fuchs Electronics Europe mit dem südafrikanischen Partner Reunert zur Zünderproduktion in der Slowakei sowie Danube Defence Systems mit dem türkischen Unternehmen FNSS zur Panzerfahrzeugfertigung, ebenfalls in der Slowakei.

Zudem schloss der Konzern die Übernahme des polnischen Kabelbaum- und Steckverbinder-Herstellers DOMAR MS ab, nachdem im ersten Quartal eine Vorvereinbarung getroffen worden war.

Am 6. August sicherte sich CSG zudem eine strategische Minderheitsbeteiligung am kanadischen Verteidigungstechnologie-Unternehmen North Vector Dynamics, das mit über 90 Millionen US-Dollar bewertet wird und Hyperschall- sowie Luftverteidigungstechnologien entwickelt.

Analystenblick und Kursreaktion

Am Rechnungsjahr-Bericht orientierten sich auch die Analysten: RBC Capital Markets nahm die Coverage von CSG am 12. August mit einem „Sector Perform“-Rating auf und verwies auf ein günstiges Umfeld für die Munitions- und Landsysteme-Sparte des Konzerns. Berenberg hob nach dem Gewinnübertreffer im ersten Halbjahr seine Finanzprognosen an, senkte im selben Zug jedoch das Kursziel.

Der Aktienkurs spiegelt die Dynamik wider: Am Freitag schloss das Papier bei 19,69 Euro, ein Plus von 3,1 Prozent auf Tagessicht. Über die vergangenen 30 Tage summiert sich der Kursanstieg auf 44 Prozent. Vom 52-Wochen-Hoch bei 36,05 Euro, erreicht im Januar, bleibt die Aktie dennoch weit entfernt.

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