CSG Aktie: KNDS sagt Börsengang ab

Der abgesagte Börsengang von KNDS belastet die Stimmung im Rüstungssektor. Die CSG-Aktie notiert weit unter ihrem Ausgabepreis.

Auf einen Blick:
  • KNDS stoppt Börsengang wegen schwacher Nachfrage
  • CSG-Aktie 44 Prozent unter Ausgabepreis
  • Rheinmetall verliert 32 Prozent seit Jahresbeginn
  • Keine neuen Rüstungs-IPOs vor 2027 erwartet

Europas Rüstungsbranche verliert an Anziehungskraft. Der deutsch-französische Panzerbauer KNDS sagt seinen Börsengang auf unbestimmte Zeit ab. Für die Aktie der Czechoslovak Group (CSG) ist das ein klares Warnsignal. Investoren zweifeln zunehmend an der Nachhaltigkeit des Rüstungsbooms.

Nachfrage bricht ein

KNDS wollte in diesem Sommer eigene Anteile in Frankfurt und Paris platzieren. Das Management strebte eine Bewertung von über zwölf Milliarden Euro an. Die Nachfrage blieb hinter den Erwartungen zurück. Als Grund für die Absage nennt das Unternehmen die hohe Marktvolatilität.

CSG als Mahnmal

Analysten verweisen immer wieder auf das Börsendebüt der CSG im Januar. Der Börsengang in Amsterdam galt als größtes Rüstungs-IPO der Geschichte. Am ersten Handelstag schoss der Kurs um 33 Prozent in die Höhe. Danach drehte die Stimmung drastisch.

Aktuell notiert das Papier rund 44 Prozent unter dem damaligen Ausgabepreis. Die Marktkapitalisierung schrumpfte dadurch auf 13,8 Milliarden Euro. Das zeigt eindrucksvoll, wie schnell die anfängliche Euphorie verfliegen kann.

Skepsis erfasst den gesamten Sektor

Die Zurückhaltung der Investoren trifft die gesamte Branche. Regierungen versprechen zwar enorme Milliardenbeträge für die Aufrüstung. Börsianer bezweifeln jedoch, dass diese Summen zeitnah in steigende Gewinne fließen.

Rheinmetall gerät ebenfalls massiv unter Druck. Die Bundesregierung strich kürzlich Pläne für sechs große Kriegsschiffe. Das kostete den Konzern erwartete Milliardenumsätze. Die Aktie stürzte seit Jahresbeginn um 32 Prozent ab.

Tiefer Fall im Chart

Bei CSG spiegelt sich die Unsicherheit im Aktienkurs wider. Am Freitag schloss die Aktie bei 14,59 Euro. Auf Wochensicht legte das Papier zwar um gut 14 Prozent zu. Der Abstand zum 52-Wochen-Hoch von Ende Januar beträgt aber dramatische 59 Prozent.

Die gleitenden Durchschnitte der letzten 50 und 100 Tage bleiben außer Reichweite. Eine Volatilität von fast 56 Prozent unterstreicht die extremen Kursschwankungen. Die Folge: Ein klarer Trend fehlt.

Experten rechnen vor dem vierten Quartal dieses Jahres nicht mit neuen Börsengängen im Rüstungssektor. Womöglich bleibt das Zeitfenster sogar bis 2027 geschlossen. Die Investoren verlangen nun harte Fakten. Erst mehrere Quartale mit starken Branchengewinnen dürften die Stimmung nachhaltig aufhellen.

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