42,6 Prozent im Minus seit Jahresbeginn. Das ist die Zahl, die CSG-Aktionären derzeit den Appetit verdirbt, und ein Messeauftritt in Paris ändert daran erst mal nichts. Dennoch schickt der niederländisch notierte Rüstungskonzern tschechischer Prägung vom 15. bis 19. Juni eine beachtliche Delegation zur Eurosatory 2026, der größten Rüstungsmesse Europas.
Halle 5a, Stand K246 und K256
CSG belegt mit seinem Gemeinschaftsstand nach eigenen Angaben eine der größten Ausstellungsflächen der gesamten Messe, und zugleich den größten tschechischen Auftritt überhaupt. Tatra Defence, Tatra Export, Excalibur International, Excalibur Army, MSM Land Systems, Retia, Eldis, AviaNera Technologies sowie die Munitionsmarken Fiocchi, Federal, Speer und CCI unter dem Dach der CSG Ammo+ Division sind alle dabei. Das ist viel Substanz auf einmal.
Weltpremiere am ersten Tag
Tatra Defence legt gleich am Eröffnungstag los: Der Tadeas 4×4 in der Kommandoversion feiert in Paris seine Weltpremiere. Der geschweißte Panzerkörper bietet Schutz bis Ballistic Level 4 nach STANAG 4569, Waffenstationen lassen sich ins Dach integrieren, und Chassis wie Elektronik teilt sich das Fahrzeug mit der dritten Generation der Tatra-Force-Reihe. Die 6×6-Version ist bereits in Produktion, die 4×4-Variante kommt nun dazu.
Der Karpat als Joker
Spannend ist vor allem das Projekt CFL-120 Karpat, ein mittelschwerer Kettentruppenpanzer in Kooperation mit dem türkischen Unternehmen FNSS und dem Leonardo-Turm Hitfact MkII mit 120-mm-Kanone. Gefertigt werden soll beim slowakischen CSG-Unternehmen MSM Land Systems. Tankfeuerkraft im mittleren Gewichtssegment, das ist der Markt, auf den Europa gerade schaut.
Dazu kommen das modulare Luftabwehrsystem Trident von Excalibur International, vier neue Systeme von Retia für Bodenstreitkräfte und Luftverteidigung, Flughafenradare von Eldis und Triebwerke für Marschflugkörper von AviaNera. Das Portfolio ist breit, die Nachfrage in Europa nach genau dieser Art von Material ist es derzeit auch.
Messe als Signal, nicht als Kurskatalysator
Ob Eurosatory die Aktie aus ihrem Tief holt, ist eine andere Frage. Solche Messen sind Kontaktbörsen, keine Quartalszahlen. Neue Aufträge werden selten live auf dem Messestand unterschrieben. Die nächsten Earnings kommen erst am 8. September. Bis dahin bleibt die Aktie das, was sie seit Monaten ist: eine Geschichte mit eindrucksvollem Produktportfolio und einem Kurs, der das bislang nicht honoriert. 42,6 Prozent YTD-Minus sprechen eine klare Sprache.
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