CSG N.V. treibt seine internationale Expansion weiter voran. Der Rüstungskonzern hat Ben Hudson, früher bei Hanwha und BAE Systems, zum Chief Technology Officer und Vice-Chairman des Vorstands berufen. Die Personalie reiht sich in eine Serie von Auftragsmeldungen ein, die den Konzern in den vergangenen Wochen begleitet haben.
Auftragsflut aus mehreren Kontinenten
Am Montag meldete CSG Verträge im Wert von über 50 Millionen Dollar für die Lieferung mehrerer Dutzend Brückenlegefahrzeuge der Baureihen AM-70 und AM-50 an fünf militärische Abnehmer in Europa, dem Nahen Osten und Südostasien.
Die Auslieferung übernimmt die Tochtergesellschaft Excalibur Army. Bereits am 21. August hatte die Sparte Federal Ammunition, Teil der Kinetic Group, einen langfristigen Liefervertrag mit der nordischen Polizei über bis zu 35 Millionen Schuss Dienst- und Trainingsmunition gewonnen.
Vor rund einem Monat, am 13. August, unterzeichnete CSG zudem einen Vertrag mit einem Volumen von über 150 Millionen Euro mit Huta Stalowa Wola zur Lieferung mehrerer hundert taktischer Fahrzeugchassis für das polnische Militär. Ende Juli kam über die Tochter CSG Polska ein weiterer Auftrag über 100 Millionen Euro mit Zakłady Metalowe Dezamet für pyrotechnische Komponenten für 155-mm-Artilleriegeschosszünder hinzu.
Zukauf in Ungarn genehmigt
Die deutsche Wettbewerbsbehörde genehmigte bereits am 11. August den Erwerb von Minderheitsbeteiligungen durch die Tochtergesellschaft CSG Defence an zwei ungarischen Unternehmen von 4iG Space and Defence: eine indirekte Beteiligung von 36,75 Prozent an RÁBA Nyrt sowie eine direkte Beteiligung von 49 Prozent an Hirtenberger Defence Systems.
Ergänzt wird die Expansionsstrategie durch die im August abgeschlossene Übernahme einer nicht näher bezifferten Minderheitsbeteiligung an North Vector Dynamics.
Bereits im April hatte CSG mit Thomas Berge Nielsen, zuvor bei Rheinmetall und Kongsberg tätig, einen weiteren erfahrenen Manager als Group Chief Strategy Officer gewonnen. Mit Hudson als Vorstandsmitglied und Technikchef verstärkt der Konzern nun zusätzlich die operative Führungsebene um Fachwissen aus zwei weiteren großen Rüstungskonzernen.
Finanzielle Basis für die Expansion
Die Investitionsserie fußt auf einer soliden Geschäftsentwicklung. Für das erste Halbjahr 2026 wies CSG einen Umsatz von 3,251 Milliarden Euro aus, ein Plus von 17,2 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Anfang August bestätigte der Konzern seine Jahresprognose für 2026 mit einem erwarteten Gesamtumsatz zwischen 7,4 und 7,6 Milliarden Euro.
An der Börse hat sich die Aktie von ihrem Jahrestief erholt, notiert aber weiterhin deutlich unter ihrem Rekordhoch. Am Freitag schloss das Papier bei 18,68 Euro, ein Rückgang von 2,3 Prozent gegenüber dem Vortag.
Auf Sicht von 30 Tagen steht dennoch ein Plus von 12 Prozent zu Buche, während der Abstand zum 52-Wochen-Hoch von 36,05 Euro aus dem Januar bei 48 Prozent liegt. Die Kombination aus Auftragswachstum, Führungskräfte-Zugängen und strategischen Zukäufen zeichnet das Bild eines Unternehmens, das trotz volatiler Kursentwicklung operativ deutlich an Substanz gewinnt.
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