Ein Blick auf den Chart suggeriert einen Absturz. Die Aktie verlor auf 30-Tage-Sicht über 70 Prozent. Aber der Schein trügt. Der Kursrückgang spiegelt lediglich den jüngsten 4-für-1-Aktiensplit wider. Operativ feuert das Cybersecurity-Unternehmen aus allen Rohren.
Analysten sehen neuen KI-Zyklus
Die Schweizer Großbank UBS bewertet die Papiere deutlich positiver. Analyst Roger Boyd hob das Kursziel auf 235 US-Dollar an. Er belässt die Einstufung auf „Buy“. Das Management berichtete der Bank zuvor von einer hohen Kundennachfrage.
Die hauseigene Plattform verdrängt zunehmend veraltete Systeme der Konkurrenz. UBS sieht hier den Start eines neuen Wachstumszyklus durch Künstliche Intelligenz. Morgan Stanley bleibt etwas vorsichtiger. Die Experten bestätigten ihr „Overweight“-Rating, senkten das Kursziel aber minimal auf 172 US-Dollar.
CEO trennt sich von Aktien
Mitten in diese positive Stimmung platzt ein großer Insider-Deal. CEO George Kurtz verkaufte am Dienstag 20.000 eigene Aktien. Die Transaktion spülte rund 3,98 Millionen US-Dollar in seine Kassen. Der Verkauf erfolgte über den offenen Markt.
Zwar nutzte Kurtz einen vorab festgelegten Handelsplan nach US-Regel 10b5-1. Dieser schützt vor dem Vorwurf des Insiderhandels. Die allgemeine Stimmung im Management bleibt dennoch verhalten. In den vergangenen drei Monaten verkauften Insider Papiere im Wert von knapp 200 Millionen US-Dollar.
Operatives Wachstum und extreme Technik
Die Fundamentaldaten stützen den Optimismus der Bullen. Im ersten Quartal stieg der Umsatz um 26 Prozent auf 1,39 Milliarden US-Dollar. Die jährlich wiederkehrenden Einnahmen kletterten auf 5,5 Milliarden US-Dollar. Besonders das KI-basierte Erkennungssystem treibt das Wachstum an. Hier explodierten die Einnahmen in nur einem Quartal.
Technisch zeigt die Aktie nach dem Split ein extremes Bild. Der Kurs schloss am Dienstag bei 170,46 Euro. Auf Wochensicht bedeutet das ein minimales Plus von 0,38 Prozent.
Die Schwankungsbreite der vergangenen 30 Tage liegt bei gewaltigen 224 Prozent. Der Relative-Stärke-Index (RSI) notiert bei 20,3. Ein so tiefer Wert signalisiert oft einen überverkauften Zustand. Der massive Verkaufsdruck könnte bald nachlassen.
Der Konzern muss das hohe Wachstumstempo nun beibehalten. Eine Hürde bleibt die fundamentale Bewertung der Papiere. Marktbeobachter achten in den nächsten Wochen besonders auf regulatorische Risiken. Untersuchungen von US-Behörden und die Nachwehen der IT-Panne vom Juli 2024 belasten das Sentiment weiterhin.
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