Credo Technology: Das Rückgrat der KI-Revolution

Credo Technology verzeichnet ein Umsatzwachstum von über 200 Prozent und beliefert mit seinen Hochgeschwindigkeitskabeln führende Hyperscaler wie Amazon und Microsoft.

Auf einen Blick:
  • Umsatz verdreifacht sich innerhalb eines Jahres
  • Liefert Schlüsselkomponenten für KI-Rechenzentren
  • Starke Kundenbindung durch hohe Wechselkosten
  • Aktie notiert deutlich unter Allzeithoch

Sehr geehrte Leserinnen und Leser,

während Nvidia, Microsoft und Amazon die Schlagzeilen dominieren, läuft im Hintergrund ein Unternehmen zur Hochform auf, das kaum jemand kennt. Es liefert eine Schlüsselkomponente für jeden großen KI-Rechenzentrumsausbau der Welt. Sein Umsatz hat sich innerhalb eines Jahres verdreifacht. Und dennoch notiert die Aktie rund 52 Prozent unter ihrem Allzeithoch. Die Rede ist von Credo Technology Group Holding (CRDO), einem Spezialisten für Hochgeschwindigkeitsverbindungen in Rechenzentren, der vom Markt derzeit massiv unterschätzt wird.

Was Credo Technology macht

Das Unternehmen entwickelt und vertreibt sogenannte Active Electrical Cables, kurz AECs. Diese Kabel verbinden GPU-Server innerhalb von Rechenzentren mit hoher Bandbreite, geringem Energieverbrauch und außerordentlicher Zuverlässigkeit. Im Vergleich zu optischen Transceivern benötigen AECs rund 50 Prozent weniger Strom, da keine energieintensive Umwandlung von elektrischen in optische Signale erforderlich ist. Gegenüber passiven Kupferkabeln sind sie 75 Prozent dünner. Das verbessert die Luftzirkulation in dicht bestückten GPU-Racks erheblich.

Entscheidend für den Einsatz in KI-Trainingsclustern ist jedoch ein anderes Merkmal: die sogenannte Zero-Flap-Technologie. Ein einziger Verbindungsabbruch zwischen GPUs kann einen gesamten Trainingslauf unterbrechen und Wochen an Rechenzeit zunichtemachen. AECs von Credo weisen laut Unternehmensangaben eine mittlere Ausfallzeit von 100 Millionen Stunden auf. Das macht sie nach eigenen Angaben tausendmal zuverlässiger als optische Module. Für Hyperscaler, die Milliarden in KI-Infrastruktur investieren, ist das kein Nebenpunkt, sondern eine Kernvoraussetzung.

Zahlen, die für sich sprechen

Im dritten Quartal des Geschäftsjahres 2026 erzielte Credo einen Umsatz von 407 Millionen US-Dollar. Das entspricht einem Wachstum von 201 Prozent im Jahresvergleich und einem Anstieg von 51 Prozent gegenüber dem Vorquartal. Der Gewinn je Aktie stieg auf 0,82 US-Dollar nach GAAP, ein Plus von 383 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Die Bruttomarge kletterte auf 68,5 Prozent, die EBIT-Marge auf 36,6 Prozent. Das Unternehmen verfügt über liquide Mittel von 1,3 Milliarden US-Dollar bei nahezu keinen Schulden.

Für das vierte Quartal erwartet das Management einen Umsatz von rund 430 Millionen Dollar, ein weiteres Wachstum von 153 Prozent im Jahresvergleich. Für das Geschäftsjahr 2027 stellte das Unternehmen ein Umsatzwachstum von mehr als 50 Prozent in Aussicht. Bemerkenswert ist zudem, dass Credo in den vergangenen Quartalen seine eigene Guidance regelmäßig übertroffen hat. Der Grund: Das Management orientiert sich bei den Prognosen ausschließlich an bestätigten Bestellungen und verfügbaren Komponenten. Die tatsächliche Nachfrage liegt strukturell darüber.

Rückenwind von den Größten der Branche

Die jüngste GTC-Konferenz von Nvidia lieferte eine wichtige Bestätigung für Credos Geschäftsmodell. Nvidia-CEO Jensen Huang bekräftigte, dass die nächste GPU-Generation weiterhin stark auf kupferbasierte Verbindungen setzen wird. Für Credo ist das eine direkte Auftragsgarantie. Die Kunden von Credo lesen sich wie ein Who’s who der Technologiebranche. Zwei Großkunden stehen im Mittelpunkt: Kunde A – von Marktbeobachtern als Amazon identifiziert – macht rund 48 Prozent des Umsatzes aus, Kunde B, mutmaßlich Microsoft, kommt auf 39 Prozent. Beide Konzerne treiben ihren KI-Infrastrukturausbau mit hohem Tempo voran. Darüber hinaus zeichnet sich ein fünfter Hyperscaler-Kunde ab, bei dem es sich Berichten zufolge um Oracle handeln könnte.

Die Kapitalausgaben der großen Hyperscaler sind zuletzt um rund 68 Prozent im Jahresvergleich gestiegen. Da AECs in neue Rechenzentren auf Infrastrukturebene fest eingebaut werden, entstehen hohe Wechselkosten. Wer einmal auf Credos Technologie setzt, wechselt nicht einfach. Das schafft eine Art strukturellen Burggraben, der mit jedem neu installierten GPU-Rack wächst.

Die Risiken im Blick behalten

Trotz der starken operativen Entwicklung ist eine nüchterne Risikobetrachtung geboten. Das größte strukturelle Risiko liegt in der optischen Konkurrenz. Lumentum Holdings und Coherent Corp. entwickeln fortschrittliche optische Lösungen, die langfristig Kupferverbindungen verdrängen könnten. Nvidia hat zuletzt jeweils eine Milliarde US-Dollar in beide Unternehmen investiert, ein Signal, das der Markt nicht ignorieren sollte.

Nvidia plant zudem die Integration sogenannter Co-Packaged Optics in der Feynman-Generation, die für 2028 erwartet wird. Diese Technologie könnte externe Kupferverbindungen theoretisch überflüssig machen, indem optische Komponenten direkt in den Chip-Träger integriert werden. Bis zur kommerziellen Reife in dem für Hyperscaler erforderlichen Maßstab dürfte jedoch noch erheblicher Entwicklungsaufwand nötig sein.

Das zweite Risiko ist die Kundenkonzentration. Zwei Kunden stehen für fast 90 Prozent des Umsatzes. Sollte einer von beiden seinen Rechenzentrumsbau verlangsamen oder zu einer alternativen Technologie wechseln, wäre das ein erheblicher Einschnitt. Aktuell gibt es dafür keine Anzeichen, das strukturelle Risiko bleibt dennoch ein wichtiger Faktor für die Gesamtbewertung.

Credo reagiert auf den Wettbewerbsdruck aus der Optik nicht passiv. Das Unternehmen entwickelt mit Zero-Flap Optics eine eigene optische Produktlinie, die ab dem vierten Quartal ausgeliefert werden soll. Damit positioniert sich Credo nicht als reiner Kupferspezialist, sondern als Anbieter beider Verbindungstechnologien. Das verbreitert die adressierbare Marktbasis und reduziert die Abhängigkeit von einer einzigen Technologiegeneration. Sollte sich die optische Infrastruktur früher als erwartet durchsetzen, wäre Credo damit zumindest teilweise auf der richtigen Seite des Wandels.

Bewertung und Perspektive

Der Kursrückgang von rund 52 Prozent gegenüber dem Allzeithoch bei 213,80 Dollar im Jahr 2025 steht in einem auffälligen Missverhältnis zur operativen Entwicklung des Unternehmens. Makroökonomische Unsicherheiten und Sorgen über die langfristige Positionierung im Wettbewerb mit optischen Lösungen haben die Aktie belastet. Das fundamentale Bild zeigt jedoch ein Unternehmen, das schneller wächst als die Erwartungen und gleichzeitig die Margen konsequent ausbaut.

Marktbeobachter, die das Unternehmen genau verfolgen, sehen auf Sicht von drei Jahren ein erhebliches Kurspotenzial. Auf Basis eines Umsatzwachstums von rund 45 Prozent pro Jahr bis zum Geschäftsjahr 2029 und einer Nettomargenausweitung auf etwa 42 Prozent ergibt sich ein Kursziel von rund 227 Dollar. Das entspräche einem jährlichen Wachstum von 28 Prozent und einem Aufwärtspotenzial von mehr als 100 Prozent gegenüber dem aktuellen Niveau.

Credo Technology ist kein Konzern, der auf der großen Bühne steht. Es liefert das Fundament, auf dem die KI-Infrastruktur der kommenden Jahre gebaut wird, ruhig, zuverlässig und mit wachsender Preissetzungsmacht. Wer nach Unternehmen sucht, die vom KI-Investitionszyklus profitieren, ohne im Bewertungsrausch der bekannten Namen zu stehen, findet in Credo Technology eine bemerkenswert konkrete Antwort.

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