Die Schweizerische Nationalbank macht klare Ansagen zur Bankenregulierung. Im aktuellen Stabilitätsbericht stellt sie sich offen hinter die Pläne des Bundesrates, die Eigenkapitalvorschriften für systemrelevante Institute zu verschärfen. Für die UBS bedeutet das: Der Spielraum für Widerstand wird enger.
100 Prozent statt 60 Prozent
Der Bundesrat will ausländische Tochtergesellschaften systemrelevanter Banken künftig vollständig mit hartem Kernkapital unterlegen. Bisher lag die Anforderung bei 60 Prozent. Die SNB bezeichnet diesen Vorstoß als „zielgerichtet und verhältnismäßig“.
Hintergrund ist die Credit-Suisse-Krise von 2023. Die sogenannte Lex UBS soll sicherstellen, dass Verluste im Auslandsgeschäft künftig ohne staatliche Hilfe abgefedert werden können. Die Regulierer wollen keine Wiederholung des Beinahe-Kollapses.
Streit um die Kapitallücke
Zwischen der SNB und der UBS-Führung tobt eine Debatte über den tatsächlichen Kapitalbedarf. Die Bank schätzt den zusätzlichen Eigenmittelbedarf auf über 20 Milliarden US-Dollar. Die Nationalbank widerspricht.
Laut dem Stabilitätsbericht verfügt die UBS bereits über Reserven von rund 9 Milliarden US-Dollar in ihrer Schweizer Einheit. Die tatsächliche Kapitallücke falle damit deutlich geringer aus, argumentiert die SNB. Vizepräsident Martin betont, die neuen Regeln brächten die Bank auf das Niveau internationaler Großbanken. Ein Wettbewerbsnachteil sei nicht zu erwarten.
Der Internationale Währungsfonds stützt diese Position. Auch der IWF befürwortet die vollständige Eigenkapitalunterlegung der Auslandstöchter. Die bisherige Praxis der „doppelten Kapitalnutzung“ sei nicht mehr zeitgemäß.
Übergangszeit von sieben Jahren
Trotz der schärferen Regeln zeigt sich die SNB zuversichtlich für die Aktionäre. Eine Übergangsfrist von voraussichtlich sieben Jahren soll den Druck abfedern. Zudem läuft das Wealth Management der UBS gut – 2025 war es der wichtigste Gewinntreiber.
Die Nationalbank geht davon aus, dass die Bank die Anforderungen erfüllen kann, ohne geplante Ausschüttungen zu gefährden.
Entscheidung im August
Der Konflikt geht in die heiße Phase. Im August debattiert das Schweizer Parlament über die neuen Kapitalregeln. Bankenvertreter warnen vor einer Schwächung der Wettbewerbsfähigkeit gegenüber Instituten wie JPMorgan oder HSBC. Die Regulierer halten dagegen.
Die SNB betont, der gesamte Schweizer Bankensektor verfüge über eine hohe Verlusttragfähigkeit. Stresstests hätten gezeigt, dass die Institute auch unter schwierigen Bedingungen stabil blieben. Die endgültige Umsetzung der Regeln ist bis 2030 geplant.
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