Covestro Aktie: Übernahmeangebot bei 62,00 Euro

Covestro erhöht die EBITDA-Prognose für 2026 dank verbesserter Margen und starkem ersten Halbjahr mit 669 Millionen Euro operativem Ergebnis.

Auf einen Blick:
  • EBITDA-Prognose für 2026 angehoben
  • Umsatz von 6,7 Milliarden im ersten Halbjahr
  • Übernahme durch ADNOC schreitet voran
  • Aktie notiert nahe Übernahmepreis von 62 Euro

Wie das Unternehmen Anfang Juli bekannt gab, wird für das Gesamtjahr 2026 nun eine EBITDA-Prognose ausgegeben, die signifikant über dem Vorjahreswert liegt. Im vergangenen Geschäftsjahr 2025 hatte der Konzern ein operatives Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) von etwa 740 Millionen Euro erzielt. Grund für die optimistischere Einschätzung ist laut einem Bericht von Goldesel eine vorteilhafte Entwicklung der Margen.

Starke Ergebnisentwicklung im ersten Halbjahr

Die Anhebung der Prognose stützt sich auf vorläufige Kennzahlen für die ersten sechs Monate des laufenden Jahres. Demnach erwirtschaftete Covestro im ersten Halbjahr 2026 einen Konzernumsatz von 6,729 Milliarden Euro. Das EBITDA belief sich in diesem Zeitraum auf 669 Millionen Euro. Dieser Ergebnissprung ist nach Unternehmensangaben primär auf Preisanpassungen zurückzuführen, die in einem Umfeld zeitverzögert steigender Rohstoffkosten vorgenommen wurden.

Diese Entwicklung deutet auf eine Stabilisierung hin, nachdem das Geschäftsjahr 2025 noch von Herausforderungen geprägt war. Laut dem im Februar 2026 veröffentlichten Geschäftsbericht sank der Konzernumsatz im Jahr 2025 im Vergleich zum Vorjahr um 8,7 Prozent auf 12,942 Milliarden Euro. Unterm Strich verbuchte das Unternehmen für das abgelaufene Jahr ein Konzernergebnis von -266 Millionen Euro. Die aktuellen Halbjahreszahlen signalisieren somit eine deutliche operative Kehrtwende.

Übernahme durch ADNOC bleibt zentrales Thema

Parallel zur operativen Erholung steht die strategische Zukunft des Leverkusener Konzerns im Fokus der Anleger. Im Oktober 2024 unterzeichneten Covestro und die Abu Dhabi National Oil Company (ADNOC) eine verbindliche Investitionsvereinbarung. ADNOC hat in diesem Zusammenhang ein öffentliches Übernahmeangebot zu einem Preis von 62,00 Euro je Aktie angekündigt. Die Vereinbarung sieht zudem vor, dass ADNOC nach dem Vollzug der Transaktion eine Kapitalerhöhung um 10 Prozent durchführt, was der Ausgabe von 18,9 Millionen neuen Aktien entspricht.

Der Weg für diesen Zusammenschluss wurde regulatorisch geebnet, nachdem die EU-Kommission im November 2025 eine bedingte Freigabe erteilt hatte. Zuvor war das Vorhaben im Rahmen der EU-Drittstaatensubventionsverordnung einer vertieften Prüfung unterzogen worden, um potenzielle Wettbewerbsverzerrungen durch staatliche Subventionen aus den Vereinigten Arabischen Emiraten auszuschließen. ADNOC hatte während dieses Prozesses laut Berichten von finanzen.net die Prüfung durch die Kommission zeitweise als unverhältnismäßig kritisiert und Zweifel an der Durchführbarkeit geäußert.

Aktuelle Marktdaten und Kursniveau

An der Börse notierte die Covestro-Aktie zuletzt bei einem Schlusskurs von 59,90 Euro. Damit bewegt sich das Papier weiterhin in der Nähe des angebotenen Übernahmepreises von 62,00 Euro. Seit Jahresbeginn verzeichnet der Wert ein leichtes Minus von 1,09 Prozent. Mit einer Marktkapitalisierung von 11,10 Milliarden Euro notiert der Kurs aktuell 0,03 Prozent über dem 50-Tage-Durchschnitt von 59,88 Euro, liegt jedoch mit einem Abstand von -0,06 Prozent geringfügig unter dem 200-Tage-Durchschnitt von 59,94 Euro.

Das 52-Wochen-Hoch wurde am 9. Januar 2026 bei 61,50 Euro markiert, wovon der Kurs derzeit etwa 2,60 Prozent entfernt ist. Das 52-Wochen-Tief lag im September 2025 bei 54,62 Euro. Mit einem Relative-Stärke-Index (RSI) von 46,6 zeigt sich die Aktie in einer neutralen Zone, während die annualisierte Volatilität der letzten 30 Tage mit 1,97 Prozent als sehr gering eingestuft werden kann.

Weitere Details zur finanziellen Lage werden am 31. Juli 2026 erwartet, wenn Covestro den geprüften Halbjahresfinanzbericht für das laufende Jahr veröffentlicht. Bereits im Mai 2026 hatten die Aktionäre auf der ordentlichen Hauptversammlung zudem eine Ermächtigung zum Rückkauf eigener Aktien im Umfang von bis zu 10 Prozent des Grundkapitals beschlossen, die bis April 2029 gültig ist.

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