Der Leverkusener Polymerkonzern Covestro hat seinen Geschäftsbericht 2025 vorgelegt – und die Zahlen dokumentieren ein schwieriges Jahr. Während das operative Geschäft unter Druck steht, bereitet Mehrheitsaktionär XRG (vormals ADNOC) den Squeeze-out vor. Die verbliebenen Minderheitsaktionäre sollen herausgedrängt werden.
Deutlicher Ergebnisrückgang
Der Konzernumsatz sank 2025 um 8,7 Prozent auf 12,9 Milliarden Euro. Haupttreiber waren niedrigere Verkaufspreise in allen Regionen sowie negative Wechselkurseffekte. Noch deutlicher fiel der Rückgang beim EBITDA aus: Hier verzeichnete Covestro ein Minus von 30,9 Prozent auf 740 Millionen Euro.
Das Konzernergebnis rutschte tiefer in die roten Zahlen: minus 644 Millionen Euro nach minus 266 Millionen Euro im Vorjahr. Auch der Free Operating Cash Flow drehte deutlich ins Minus und lag bei minus 283 Millionen Euro.
Verantwortlich für die schwache Entwicklung waren volatile geopolitische Rahmenbedingungen, anhaltend schwache Nachfrage und intensiver Wettbewerbsdruck. Zusätzlich belastete der Brand im Chempark Dormagen. Das gesunkene Preisniveau und Überkapazitäten in zentralen Produktgruppen drückten auf Margen und Ergebnis.
Keine Dividende – Sparprogramm läuft
Aufgrund des negativen Konzernergebnisses entfällt die Dividende für 2025. Beim laufenden STRONG-Transformationsprogramm verbucht das Management jedoch erste Erfolge: Per Ende 2025 wurden bereits rund 275 Millionen Euro eingespart. Bis Ende 2028 will das Unternehmen jährliche Einsparungen von 400 Millionen Euro erreichen.
XRG bereitet Squeeze-out vor
Mit einem Anteil von rund 95 Prozent hat XRG die rechtlichen Voraussetzungen für einen aktienrechtlichen Squeeze-out erfüllt. Das Unternehmen hat angekündigt, diesen Schritt auf der Hauptversammlung im Mai zur Abstimmung zu stellen. Vorstand und Aufsichtsrat unterstützen das Vorhaben.
Bereits Anfang Februar wechselte Covestro vom Prime Standard in den General Standard der Deutschen Börse, um sich etliche Transparenz- und Berichtspflichten zu sparen. Der geplante Squeeze-out würde den Börsenabgang vollenden.
Führungswechsel angekündigt
CEO Dr. Markus Steilemann will seinen Vertrag über Mai 2028 hinaus nicht verlängern. CFO Christian Baier verlässt das Unternehmen bereits im September 2026 auf eigenen Wunsch. Der Aufsichtsrat kündigte einen geordneten Nachfolgeprozess an.
Strategische Akquisitionen trotz Krise
Trotz der operativen Schwäche setzt Covestro auf strategische Zukäufe. Im August 2025 unterzeichnete das Unternehmen eine Vereinbarung mit Vencorex zur Übernahme von zwei Produktionsstandorten für HDI-Derivate in Thailand und Texas. Die Transaktion soll im ersten Halbjahr 2026 abgeschlossen werden und das Produktionsnetzwerk für aliphatische Isocyanate stärken.
Zudem unterzeichneten Covestro, Fertiglobe und TA’ZIZ ein Memorandum zur Erkundung strategischer Möglichkeiten bei der Ammoniakversorgung – mit Fokus auf kohlenstoffarmes und grünes Ammoniak.
Ausblick bleibt verhalten
Für 2026 erwartet das Management ein EBITDA auf Vorjahresniveau. Eine nachhaltige Erholung der globalen Nachfrage ist nicht absehbar. Das Wettbewerbsumfeld bleibt durch Überkapazitäten, Preisdruck und zunehmend protektionistische Handelspolitik geprägt. Der durch den Squeeze-out entstehende Handlungsspielraum soll genutzt werden, um Investitionen in Kreislaufwirtschaft, Digitalisierung und Künstliche Intelligenz voranzutreiben. Auf der Hauptversammlung im Mai fällt die Entscheidung über den Börsenabgang.
Covestro-Aktie: Kaufen oder verkaufen?! Neue Covestro-Analyse vom 27. Februar liefert die Antwort:
Die neusten Covestro-Zahlen sprechen eine klare Sprache: Dringender Handlungsbedarf für Covestro-Aktionäre. Lohnt sich ein Einstieg oder sollten Sie lieber verkaufen? In der aktuellen Gratis-Analyse vom 27. Februar erfahren Sie was jetzt zu tun ist.
