Der Leverkusener Werkstoffhersteller blickt auf ein erfolgreiches erstes Halbjahr zurück. Aufgrund einer deutlich besseren Ergebnisentwicklung in den ersten sechs Monaten hat der Konzern seine Ziele für das laufende Geschäftsjahr angepasst. Während die Anleger auf die detaillierte Veröffentlichung der Quartalsergebnisse warten, festigt das Unternehmen seine strategische Ausrichtung durch neue Partnerschaften im Bereich der Elektromobilität.
Starke Preisentwicklung treibt das EBITDA
Wie dpa-AFX und EQS News berichten, hat Covestro die Prognose für das EBITDA im Gesamtjahr 2026 signifikant angehoben. Ausschlaggebend hierfür waren vorläufige Kennzahlen für das erste Halbjahr, die eine robuste Dynamik aufzeigten. Der Konzern profitierte dabei vor allem von höheren Verkaufspreisen. Diese konnten die zeitverzögert steigenden Rohstoffkosten mehr als kompensieren und so die operativen Margen stützen.
Nach den vorläufigen Berechnungen beläuft sich der Konzernumsatz für die ersten sechs Monate auf 6.729 Millionen Euro. Das operative Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) erreichte im selben Zeitraum einen Wert von 669 Millionen Euro. Diese Zahlen verdeutlichen die Erholungsfähigkeit in einem volatilen Marktumfeld. Die Aktie notiert aktuell bei 59,90 Euro und liegt damit knapp 2,60 Prozent unter ihrem 52-Wochen-Hoch von 61,50 Euro.
Expansion und strategische Kooperationen
Neben den Finanzdaten treibt Covestro seine langfristige Strategie durch gezielte Zukäufe und Kooperationen voran. Anfang Juli schloss das Unternehmen die Übernahme von zwei Produktionsstandorten für HDI-Derivate erfolgreich ab. Die Anlagen befinden sich in Rayong in Thailand sowie in Freeport in den USA. Diese Akquisitionen, die zuvor Teil des Unternehmens Vencorex waren, sollen die globale Marktpräsenz im Bereich hochwertiger Vormaterialien stärken.
Mitte Juli unterzeichnete Covestro zudem ein Memorandum of Understanding mit dem chinesischen Automobilhersteller BYD. Ziel dieser langfristigen strategischen Partnerschaft ist die gemeinsame Entwicklung innovativer Materiallösungen. Der Fokus liegt dabei auf Elektrofahrzeugen, sogenannten New Energy Vehicles (NEVs), sowie auf modernen Energiespeichersystemen. Durch diese Zusammenarbeit positioniert sich der Chemiekonzern direkt in der Lieferkette eines der weltweit führenden Akteure der Elektromobilität.
Stabiles Rating und Mehrheitsverhältnisse
Die finanzielle Stabilität des Unternehmens wurde kürzlich von unabhängiger Seite bestätigt. Die Ratingagentur Moody’s beließ das Kreditrating für Covestro Ende Juni bei der Einstufung „Baa2“. Der Ausblick wurde als stabil bewertet. Dies unterstreicht die solide Bilanzstruktur des Konzerns, während er sich in einem Transformationsprozess befindet.
Ein wesentlicher Faktor für die aktuelle Situation bleibt die Beteiligungsstruktur. Seit Ende des vergangenen Jahres hält die ADNOC International Germany Holding AG, eine Tochtergesellschaft der XRG P.J.S.C., rund 95,10 Prozent der Stimmrechte an der Covestro AG. Diese Mehrheitsverhältnisse resultieren aus dem finalen Vollzug eines Übernahmeangebots inklusive einer Kapitalerhöhung. Seit Beginn des laufenden Jahres verzeichnete das Papier einen leichten Rückgang von 0,47 Prozent.
Am kommenden Freitag plant das Management, den vollständigen Halbjahresfinanzbericht 2026 vorzulegen. Dann werden auch die detaillierten Ergebnisse für das zweite Quartal veröffentlicht, die weiteren Aufschluss über die Profitabilität der einzelnen Geschäftsbereiche geben dürften.
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