Die Aktie von Costco Wholesale verzeichnete im Nachhandel am Donnerstag einen leichten Rückgang von 0,23 Prozent auf 980,32 Dollar, nachdem das Unternehmen Zahlen für das zweite Geschäftsquartal vorgelegt hatte. Seit Jahresbeginn hat der Titel allerdings um 14 Prozent zugelegt und könnte damit die Verluste aus dem vergangenen Jahr ausgleichen. Der Gewinn je Aktie lag bei 4,58 Dollar und übertraf damit die Analystenschätzungen von 4,55 Dollar leicht.
Der Umsatz erreichte 69,6 Milliarden Dollar, ebenfalls etwas über den Prognosen von 69,3 Milliarden Dollar. Die bereinigten vergleichbaren Umsätze stiegen um 6,7 Prozent gegenüber dem Vorjahr, während Analysten mit einem Anstieg von 6,3 Prozent gerechnet hatten. Im Dezemberquartal hatte das Wachstum noch bei 6,4 Prozent gelegen. Die monatlichen Verbesserungen in den vergangenen Monaten scheinen Investoren zu beruhigen, die im Vorjahr noch besorgt auf eine Verlangsamung des Wachstums geblickt hatten.
Analysten sehen solide Perspektiven für das Frühjahr
Spencer Hanus von Wolfe Research hatte bereits vor der Veröffentlichung auf eine „solide kurzfristige Ausgangslage“ für Costco hingewiesen. Die Verbesserung bei den vergleichbaren Umsätzen und das Potenzial für höhere Steuerrückzahlungen im Frühjahr könnten dem Unternehmen zusätzlichen Rückenwind geben. Auch langfristig erscheint die Position des Konzerns stark, da Verbraucher weiterhin nach günstigen Angeboten suchen.
Corey Tarlowe von Jefferies betonte nach der Zahlenvorlage, dass Costco in der Lage sein dürfte, die Expansion der Lagerhäuser, das Wachstum bei den Mitgliedsbeiträgen und stabile Margen aufrechtzuerhalten. CEO Ron Vachris kündigte an, in diesem Geschäftsjahr 28 neue Standorte netto zu eröffnen, mit dem Ziel von mehr als 30 jährlichen Neueröffnungen in den kommenden Jahren.
Costco Wholesale Corporation Aktie Chart
Zollerstattungen und Mitgliedschaftsfragen im Fokus
Ein zusätzlicher Aspekt, der die Bilanz stärken könnte, sind mögliche Zollerstattungen. Costco hatte vor dem Handelsgericht geklagt, um Rückzahlungen für den Fall zu sichern, dass die umfassenden Zölle der Trump-Regierung unter dem International Emergency Economic Powers Act aufgehoben würden. Diese wurden im Februar tatsächlich außer Kraft gesetzt. Vachris äußerte sich vorsichtig zu diesem Thema und erklärte, dass noch unklar sei, wann und in welcher Höhe Erstattungen erfolgen würden. Das Unternehmen sei jedoch entschlossen, etwaige Rückzahlungen in Form niedrigerer Preise und besserer Angebote an die Aktionäre weiterzugeben.
Ein Diskussionspunkt bleibt die Erneuerungsrate bei den Mitgliedschaften. Die weltweite Rate lag im zweiten Quartal bei 89,7 Prozent und damit unverändert zum Vorquartal. In den USA und Kanada sank sie leicht um zehn Basispunkte auf 92,1 Prozent. Online-Mitglieder, deren Anteil an Neuanmeldungen wächst, erneuern ihre Mitgliedschaft im Durchschnitt etwas seltener. Das Unternehmen hat Marketinginitiativen gestartet, um diese Entwicklung zu adressieren.
Auffällig war zudem das Fehlen einer Sonderdividende im aktuellen Bericht. Die starke Liquiditätslage hatte es Costco in der Vergangenheit ermöglicht, alle zwei bis drei Jahre großzügige Sonderausschüttungen vorzunehmen. Basierend auf bisherigen Mustern wäre eine weitere Zahlung fällig. Die Anleger dürften also gespannt verfolgen, wie sich die Erneuerungsraten entwickeln und wann das Unternehmen seine Aktionäre erneut mit einer Sonderdividende belohnt.
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