Costco-Aktie: Der Brathähnchen-Streit!

Costco-Aktie wird ex Dividende gehandelt, während der Einzelhändler eine Sammelklage wegen seiner Brathähnchen und Verkäufe durch Führungskräfte bewältigt.

Auf einen Blick:
  • Technische Kurskorrektur durch Dividendenabschlag
  • Sammelklage wegen Kennzeichnung von Brathähnchen
  • Verkäufe von Aktien durch mehrere Top-Manager
  • Überkaufte Marktlage vor wichtigen Umsatzzahlen

Costco-Anleger navigieren heute durch ein Geflecht aus technischen Anpassungen, rechtlichem Gegenwind und Insider-Aktivitäten. Während die Aktie durch den Dividendenabschlag eine rein rechnerische Kurskorrektur erfährt, rückt ein populäres Basisprodukt des Einzelhändlers ins Visier der Justiz. Parallel dazu sorgen Verkäufe von Führungskräften für Gesprächsstoff an der Börse.

Dividendenabschlag und Brathähnchen-Streit

An diesem Freitag, dem 30. Januar 2026, handelt die Costco-Aktie „Ex-Dividende“. Anleger, die das Papier heute im Depot halten, haben Anspruch auf die Quartalsausschüttung von 1,30 US-Dollar je Aktie, die am 13. Februar ausgezahlt werden soll. Dieser rein technische Vorgang führt dazu, dass der Aktienkurs heute um den Betrag der Dividende berebereinigt wird – eine Bewegung, die nichts mit operativem Verkaufsdruck zu tun hat.

Abseits dieser Routine sieht sich der Konzern jedoch mit einer Sammelklage konfrontiert. Im Kern geht es um das bekannte Brathähnchen der Eigenmarke Kirkland Signature. Eine am 22. Januar eingereichte Klage wirft Costco vor, Verbraucher durch die Kennzeichnung „ohne Konservierungsstoffe“ in die Irre zu führen. Laut Klägern enthalten die Produkte Natriumphosphat und Carrageen, die als Konservierungsmittel fungieren können. Costco reagierte bereits am 28. Januar und entfernte entsprechende Hinweisschilder in den Filialen. Da das Brathähnchen als wichtiger Frequenzbringer für die Lagerhäuser gilt, beobachten Marktteilnehmer genau, ob der Imageschaden die Kundenströme beeinflusst.

Insider-Verkäufe und institutioneller Rückzug

Zusätzlich zur juristischen Unruhe zeigen aktuelle SEC-Meldungen eine Verkaufswelle im Management. Im Verlauf des Januars trennten sich mehrere Führungskräfte von Anteilen:

  • Teresa A. Jones (EVP): Verkaufte 850 Aktien zu 986,26 US-Dollar.
  • James C. Klauer (EVP): Veräußerte 1.500 Aktien zu 939,00 US-Dollar.
  • Susan L. Decker (Director): Trennte sich von 458 Aktien zu 955,00 US-Dollar.

Auch auf institutioneller Ebene gab es Bewegungen. So reduzierte Great Lakes Advisors LLC die Position im dritten Quartal um über 37 Prozent. Solche Transaktionen sind zwar oft Teil einer persönlichen Finanzplanung oder Portfolio-Umschichtung, rücken aber angesichts einer ambitionierten Bewertung mit einem Kurs-Gewinn-Verhältnis von etwa 51 verstärkt in den Fokus der Analysten.

Marktlage und Ausblick

Operativ bleibt die Aktie trotz der jüngsten Schlagzeilen mit einem Plus von rund 9,76 Prozent seit Jahresbeginn gut unterstützt. Mit einem aktuellen Kurs von 798,50 € notiert das Papier leicht über dem 50-Tage-Durchschnitt, wobei der Relative-Stärke-Index (RSI) von 74,8 auf eine kurzfristig überkaufte Situation hindeutet.

Die nächsten Impulse für die fundamentale Bewertung stehen bereits fest. Am 4. Februar 2026 veröffentlicht Costco die Verkaufszahlen für den Monat Januar. Diese Daten gelten als entscheidender Indikator für die Konsumfreude im neuen Jahr. Die detaillierten Quartalszahlen folgen schließlich am 5. März im Rahmen des Earnings Calls für das zweite Geschäftsquartal.

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