CoreWeave steuert auf eine der umfangreichsten Refinanzierungsrunden seiner Unternehmensgeschichte zu. Der US-Spezialist für Cloud-Infrastruktur plant die Ausgabe von Wandelanleihen. Zusätzlich legte das Unternehmen ein Verkaufsprogramm auf.
Die Transaktion belastete den Kurs im US-Handel zunächst spürbar. Im heutigen europäischen Vorbörsenhandel stabilisierte sich die Notierung leicht bei 70,02 Euro, was einem Plus von 0,6 Prozent gegenüber dem Vortag entspricht.
Frisches Kapital für den Infrastrukturausbau
Mit den neuen Mitteln will CoreWeave allgemeine Unternehmenszwecke finanzieren sowie Derivategeschäfte zur Absicherung gegen Verwässerungseffekte tätigen. Das Unternehmen strebt mittelfristig ein Rating im Bereich Investment Grade an. Bereits im Juli hatte sich der Konzern ein Darlehen über 2,6 Milliarden US-Dollar gesichert, nachdem im Frühjahr eine frühere Wandelanleihe auf vier Milliarden Dollar aufgestockt worden war.
Die anhaltend hohe Nachfrage nach Rechenleistung für Anwendungen künstlicher Intelligenz treibt den Kapitalbedarf des Anbieters. Allein für kurzfristige Rechenverträge mit einer Laufzeit von drei bis sechs Monaten erzielte CoreWeave annualisierte Erlöse von rund 40 Millionen Dollar pro Megawatt. Das Unternehmen steigerte seine verfügbare Leistungskapazität zuletzt von 3,7 auf 4,2 Gigawatt.
Volle Auftragsbücher und technologischer Vorsprung
Der operative Expansionskurs stützt sich auf einen erheblichen Auftragsbestand. Zum Ende des zweiten Quartals belief sich dieser auf 104,2 Milliarden Dollar. Zudem meldete CoreWeave die Inbetriebnahme eines Rechenclusters auf Basis von Nvidias Vera-Rubin-NVL72-Architektur als branchenweit erster Anbieter.
Die Analystenstimmen zu den Plänen fallen unterschiedlich aus. John McPeake vom Analysehaus Rosenblatt bekräftigte seine Kaufempfehlung und nannte ein Kursziel von 250 Dollar. Er verwies auf die dadurch gesicherte Wachstumsfinanzierung von über sechs Milliarden Dollar.
Das Analysehaus Bernstein agiert dagegen vorsichtiger und führt die Aktie. Mit dem aktuellen Niveau liegt der Titel 47 Prozent unter seinem 52-Wochen-Hoch von 132,00 Euro.
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