Ein Umsatzsprung von 112 Prozent, ein Auftragsbestand von 104,2 Milliarden Dollar und eine angehobene Jahresprognose — CoreWeave hat mit seinen Quartalszahlen die Erwartungen klar übertroffen. Die Aktie reagierte nachbörslich mit einem Kurssprung von rund 15 bis 16 Prozent auf über 104 US-Dollar.
Wachstum übertrifft die Erwartungen
Der Umsatz kletterte im zweiten Quartal von 1,21 auf 2,58 Milliarden US-Dollar und lag damit über den Analystenschätzungen von 2,56 Milliarden Dollar. Der Nettoverlust weitete sich zwar von 290 auf 626 Millionen US-Dollar aus, der bereinigte Verlust je Aktie von 1,03 US-Dollar fiel jedoch geringer aus als die erwarteten 1,20 US-Dollar. Das Adjusted EBITDA erreichte 1,51 Milliarden US-Dollar bei einer Marge von 59 Prozent.
Der Auftragsbestand wuchs binnen eines Quartals von 99,4 auf 104,2 Milliarden US-Dollar. Zu Beginn des dritten Quartals kamen bereits mehr als 25 Milliarden US-Dollar an neuen Kundenverpflichtungen hinzu — mehr als die Hälfte des laufenden Auftragsbestands ist bereits mit begonnener Kundenauslieferung verknüpft.
Meta, Anthropic und Jane Street bauen Bindung aus
Die Nachfrage kommt vor allem von Schwergewichten der KI-Branche. Meta erhöhte sein Engagement im Berichtsquartal um zusätzliche 21 Milliarden US-Dollar, hinzu kam eine Mehrjahresvereinbarung mit Anthropic. Das Handelsunternehmen Jane Street sagte weitere sechs Milliarden US-Dollar für Cloud-Compute zu, nachdem es zuvor bereits eine Milliarde Dollar investiert hatte. Microsoft, Bentley Systems, Caterpillar und Grammarly zählen ebenfalls zu den Großkunden.
CEO Michael Intrator sprach von einer Performance, die den eigenen Plan über die gesamte Bandbreite hinweg übertroffen habe. Bei nahezu ausverkaufter kurzfristiger Kapazität schließe das Unternehmen Compute-Vereinbarungen inzwischen zu zunehmend günstigeren Konditionen ab.
Höhere Investitionen, höhere Prognose
CoreWeave hob die Umsatzprognose für 2026 auf 12,4 bis 13,2 Milliarden US-Dollar an, nach zuvor 12 bis 13 Milliarden Dollar. Für das laufende dritte Quartal stellt das Unternehmen einen Umsatz von 3,45 bis 3,6 Milliarden US-Dollar in Aussicht — mehr, als Analysten am unteren Ende erwartet hatten.
Der Wachstumskurs hat allerdings seinen Preis. Die CAPEX-Prognose für 2026 stieg von 31 bis 35 Milliarden auf nun 35 bis 39 Milliarden US-Dollar. Allein im abgelaufenen Quartal investierte CoreWeave 9,4 Milliarden US-Dollar, nach 6,8 Milliarden im Vorquartal. Zum Quartalsende standen dem rund 35 Milliarden US-Dollar an Schulden gegenüber, mit denen unter anderem Nvidia-Grafikprozessoren finanziert wurden.
Ob CoreWeave die angehobene Umsatzspanne im weiteren Jahresverlauf halten kann, hängt maßgeblich davon ab, wie sich die deutlich gestiegenen Investitionen auf die Profitabilität auswirken. Für das dritte Quartal hat das Unternehmen mit der bereits erreichten Marke von 25 Milliarden Dollar an neuen Zusagen bereits einen ersten Hinweis auf anhaltende Nachfrage geliefert.
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