Während CoreWeave unter Druck steht, zeigen Insider-Verkäufe ein auffälliges Bild: Die drei Mitgründer haben seit dem Börsengang im März 2025 Aktien für 3,3 Milliarden Dollar abgestoßen. Allein 2,4 Milliarden Dollar davon fielen in dieses Jahr. Parallel belastet ein breiter Tech-Ausverkauf die Neocloud-Anbieter.
Verkäufe auf dem Weg nach unten
CEO Michael Intrator, Strategiechef Brian Venturo und Datenchef Brannin McBee hatten den Börsengang zum Sprungbrett in den Bloomberg-Milliardärsindex gemacht. Die Aktie stieg binnen dreier Monate um 359 Prozent über den Ausgabepreis. Seither hat sie mehr als 60 Prozent vom Hoch im Juni 2025 verloren. Die verkauften Papiere wären heute fast ein Drittel weniger wert als der damalige Erlös.
Venturo trennte sich von mehr als 1,2 Milliarden Dollar und damit von über 35 Prozent seines IPO-Bestands. Allein im zweiten Quartal verkaufte er Aktien für 734 Millionen Dollar. Damit war er in dem Zeitraum der zweitgrößte Insider-Verkäufer eines US-Unternehmens.
McBee verkaufte Titel für 1,06 Milliarden Dollar und reduzierte seinen Bestand um gut 40 Prozent. Fast 40 Prozent seines Vermögens liegen inzwischen in Cash. Intrator hielt sich 2025 zurück, setzte seit Jahresbeginn aber mehr als 907 Millionen Dollar um. Das entspricht 16,5 Prozent seines Anteils zum IPO-Zeitpunkt.
Kreditrisiko und Branchenstimmung
Die Aktie fiel am Mittwoch um 15 Prozent. Auslöser war ein Rekordhoch bei CoreWeaves Kreditausfallrisiko. McBee hatte zuvor in einem Interview gesagt, das Unternehmen könne „unbegrenzt“ Kapital von Versicherern anzapfen. Am Donnerstag erholte sich das Papier leicht. Zeitweise lag es rund sechs Prozent im Plus.
Das Umfeld bleibt rau. Ein Ausverkauf bei Technologiewerten trifft KI-Infrastruktur, Chiphersteller und Neocloud-Anbieter. Auch CoreWeaves Anleihen gaben nach, was die Sorge vor einem zunehmend kreditfinanzierten KI-Ausbau widerspiegelt.
Zusätzliche Unruhe kommt vom IPO-Markt. Investoren erwägen für den geplanten Börsengang von Anthropic im November eine Bewertung von rund 1,5 Billionen Dollar, nach zuvor erwarteten etwa 2 Billionen. Grund ist das verlangsamte Umsatzwachstum im dritten Quartal. Ein schwächerer Auftritt könnte die Stimmung im gesamten KI-Sektor belasten, auch bei CoreWeave.
Der nächste Test steht im November an: Der Anthropic-Börsengang gilt als Gradmesser dafür, wie viel Risikobereitschaft der Markt für den KI-Ausbau noch aufbringt.
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