CoreWeaves Mitgründer haben seit dem Börsengang Aktien für rund 3,3 Milliarden US-Dollar verkauft. Die am Wochenende aufgegriffenen Transaktionen verstärken den Vertrauenskonflikt um das Unternehmen: Das Management verweist auf umfangreiche Kundenverträge, während Anleger die Finanzierung des Rechenzentrumsausbaus hinterfragen.
Die Verkäufe erfolgten nach Unternehmensangaben überwiegend über vorab festgelegte Handelspläne. Sie sind deshalb kein Beleg für eine kurzfristige Reaktion der Gründer auf die jüngsten Turbulenzen.
Der Druck auf die Aktie ist dennoch erheblich. Am Freitag betrug die Tagesveränderung -12%. Damit begleitet der Vertrauensverlust am Aktienmarkt eine deutlich kritischere Bewertung der Kreditrisiken.
Geplante Verkäufe treffen auf Kreditstress
Die Verkäufe betreffen Michael Intrator, Brian Venturo und Brannin McBee. Auf das laufende Jahr entfallen rund 2,4 Milliarden US-Dollar der gesamten Erlöse. Die Gründer halten zusammen weiterhin rund 20% der Anteile.
Reuters zufolge verkauften CEO Intrator und mit ihm verbundene Gesellschaften seit dem Börsengang Aktien für knapp eine Milliarde US-Dollar. Auch diese Transaktionen liefen überwiegend über vorher vereinbarte Handelspläne. Solche Pläne sind für die Einordnung wichtig: Das Ausführungsdatum allein lässt keinen Schluss auf eine aktuelle Einschätzung des Managements zu.
Gleichzeitig wächst die Skepsis der Kreditgeber. Zu den Auslösern gehörten Befürchtungen, das Unternehmen könne nach Aussagen eines Mitgründers zur Prüfung einer Investment-Grade-Finanzierung deutlich mehr Schulden aufnehmen.
CoreWeave erklärte dagegen, seine Finanzlage unterstütze die bestehenden Verpflichtungen mehr als ausreichend. Intrator bezeichnete den Markt in einem internen Memo zeitweise als „irrational“. Der Auftragsbestand decke die Schuldenverpflichtungen, argumentierte er.
Auftragsbestand ersetzt keine Liquidität
Ende des zweiten Quartals 2026 lag der Umsatz-Auftragsbestand bei 104,2 Milliarden US-Dollar. Anfang des folgenden Quartals kamen neue Zusagen von mehr als 25 Milliarden US-Dollar hinzu.
Diese Größen beschreiben künftige Vertragsumsätze und kein bereits vereinnahmtes Geld. Ein Teil der Erlöse hängt von der Lieferung und Verfügbarkeit der Kapazitäten ab. Genau hier liegt der Unterschied zwischen einer starken Nachfrage und einer gesicherten Finanzierung des Ausbaus.
Zusätzliche Finanzierung bleibt folglich ein zentraler Faktor für die Umsetzung der gebuchten Geschäfte. Steigende Marktrenditen sind dabei ein Warnsignal für die Konditionen künftiger Kapitalaufnahmen. Sie bedeuten allerdings nicht, dass sämtliche bestehenden Schulden sofort teurer werden.
Auch die Unterstützung durch Nvidia hat Grenzen. Die Vereinbarung über zunächst 6,3 Milliarden US-Dollar sieht den bedingten Kauf unverkaufter Kapazität bis April 2032 vor. Sie ist keine allgemeine Garantie für CoreWeaves Schulden.
Analysten unterscheiden Nachfrage und Finanzierung
Dan Ives bezeichnete den Ausverkauf gegenüber Bloomberg als Kaufgelegenheit. Die KI-Nachfrage und CoreWeaves Auftragsbestand seien weiterhin stark. Jefferies bestätigte seinerseits die Kaufempfehlung und ein Kursziel von 150 US-Dollar.
Die positive Einschätzung der Nachfrage beseitigt das Finanzierungsproblem jedoch nicht. Jefferies warnte zugleich vor steigenden Kreditrisiken bei KI-Infrastrukturunternehmen. Höhere Finanzierungskosten könnten weitere Investitionen erschweren, auch wenn die Kapitalbeschaffung bislang nicht zum Stillstand gekommen sei.
Für Anleger entscheidet daher nicht allein die Höhe des Auftragsbestands. Maßgeblich ist, ob CoreWeave die benötigten Kapazitäten finanzieren, bereitstellen und in zahlungswirksame Umsätze überführen kann. Die vorab geplanten Gründerverkäufe beantworten diese Frage nicht. Sie erhöhen aber den Erklärungsdruck auf ein Management, das gleichzeitig Vertrauen in seine schuldenfinanzierte Expansion einfordert.
CoreWeave-Aktie: Kaufen oder verkaufen?! Neue CoreWeave-Analyse vom 18. Oktober liefert die Antwort:
Die neusten CoreWeave-Zahlen sprechen eine klare Sprache: Dringender Handlungsbedarf für CoreWeave-Aktionäre. Lohnt sich ein Einstieg oder sollten Sie lieber verkaufen? In der aktuellen Gratis-Analyse vom 18. Oktober erfahren Sie was jetzt zu tun ist.
