Während die CoreWeave-Aktie binnen einer Woche rund 16,5 Prozent verliert, trennen sich gleich drei Führungskräfte von Aktienpaketen. Am 20. August wechseln bei Chief Development Officer Brannin McBee, Chief Strategy Officer Brian Venturo und General Counsel Kristen McVeety Anteile im Gesamtwert von deutlich über einer Million Dollar den Besitzer. Der Zeitpunkt lässt aufhorchen, auch wenn die Hintergründe simpler sind als es zunächst scheint.
Alle drei Verkäufe erfolgten zum gleichen Kurs von 91,88 Dollar je Aktie und dienten laut den zugrundeliegenden Meldungen der Begleichung von Steuerverbindlichkeiten, die durch das Vesting von Restricted Stock Units entstanden.
McBee veräußerte Anteile im Wert von 331.686 Dollar, McVeety kam auf 365.682 Dollar, Venturo auf 542.000 Dollar. Parallel dazu erhielten alle drei aus dem gleichen Vesting-Zyklus neue Aktien – bei Venturo etwa 11.387 Stück, bei McVeety zusammen 7.697 Stück. Unter dem Strich bauten die Manager ihre Positionen damit eher aus als ab.
Kurs fällt, Kursziele steigen
Der Verkaufskurs von 91,88 Dollar liegt inzwischen deutlich über dem aktuellen Niveau von 87,85 Dollar. Die Aktie hat also seit den Transaktionen weiter nachgegeben. Gegen den Kurstrend stehen allerdings die jüngsten Analystenreaktionen auf das zweite Quartal.
Truist Securities hob das Kursziel auf 155 Dollar an und verwies auf den Ausbau der Rechenzentrumskapazität um fast 500 Megawatt binnen eines Quartals – nach eigener Einschätzung mehr, als jeder andere Neocloud-Anbieter derzeit insgesamt vorhält.
Piper Sandler zog mit einem Ziel von 153 Dollar nach und begründete dies mit starken Buchungen fürs dritte Quartal. Selbst Bernstein SocGen, die trotz einer Underperform-Einstufung ihr Ziel auf 74 Dollar anhoben, würdigten die Umsatz- und Ergebniszahlen als Überraschung nach oben. DA Davidson bleibt bei einem neutralen Rating und einem Kursziel von 100 Dollar.
Für das laufende Geschäftsjahr hat CoreWeave die Prognose angehoben und rechnet nun mit Investitionsausgaben zwischen 35 und 39 Milliarden Dollar – ein Ausbautempo, das die hohe Nachfrage nach KI-Rechenkapazität widerspiegelt. Für das kommende Quartal plant das Management allein mit einem Capex-Volumen zwischen 11,5 und 13,5 Milliarden Dollar.
Die Diskrepanz zwischen fallendem Kurs und steigenden Kurszielen wirft die Frage auf, was der Markt aktuell stärker gewichtet: die operative Stärke oder die enormen Investitionssummen, die CoreWeave für sein Wachstum aufwendet. Die kommenden Wochen dürften zeigen, welche dieser beiden Kräfte sich durchsetzt.
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