Ein prominenter Investor stellt sich hinter CoreWeave. Blackstone-Manager Jon Gray hält die Finanzierungssorgen um den KI-Cloud-Anbieter für lösbar, obwohl Aktie, Anleihen und Kreditversicherungen zuletzt unter Druck standen.
Gray: Das Geschäft ist stark
CoreWeave und andere sogenannte Neoclouds stünden vor der Herausforderung, das nötige Kapital für ihre Pläne aufzutreiben, sagte Gray. Das Management sei talentiert. „Sie werden einen Weg finden“, so der Blackstone-Manager, „das Geschäft darunter ist ziemlich stark.“
Die Nachfrage nach Rechenleistung sei hoch, das Angebot hinke hinterher. Gray verwies auf steigende Preise für Rechenkapazität von rund 50 Prozent. Ältere Chips seien mehr wert als gedacht, die Rechenzentren zudem unter Marktniveau gemietet. Wer die Finanzierungsphase überstehe, profitiere davon.
Die Aktie gab am Donnerstag um 3,55 Prozent nach. Auf Wochensicht beträgt das Minus 14 Prozent.
Kreditmarkt sendet Warnsignale
Der Druck kommt vom Schuldenberg. Insgesamt stehen rund 51,6 Milliarden Dollar Verbindlichkeiten in den Büchern, davon etwa 35 Milliarden Dollar in Anleihen, Notes und Krediten. Die unbesicherten Anleihen rentieren mit rund 15 Prozent. Der Spread der fünfjährigen Kreditausfallversicherungen liegt bei knapp 10,67 Prozent und stieg im Oktober um 30 Prozent.
Dem Kapitalbedarf steht ein starkes Wachstum gegenüber. Im zweiten Quartal stieg der Umsatz auf 2,58 Milliarden Dollar, nach 1,21 Milliarden im Vorjahr. Der Nettozinsaufwand wuchs allerdings auf 640 Millionen Dollar, nach 267 Millionen. Baird rechnet damit, dass CoreWeave 2027 rund 30 Milliarden Dollar an Kapital aufnehmen muss.
CEO Mike Intrator nannte zuletzt als Finanzierungssäulen infrastrukturbesicherte Kredite, Unternehmensanleihen, Eigenkapital und Kundenvorauszahlungen. NVIDIA-Chef Jensen Huang sagte, CoreWeave brauche keine Absicherung durch seinen Konzern.
Sektor unter Druck, Analysten zuversichtlich
Der Stress betrifft die ganze Branche. Nebius verlor binnen eines Monats 30 Prozent, IREN rund 40 Prozent. Firmus sagte seinen Börsengang unter Verweis auf Marktschwankungen ab.
Die Analysten bleiben dennoch mehrheitlich positiv. Goldman Sachs hob CoreWeave von Neutral auf Buy, das Kursziel liegt bei 106 Dollar. Exane BNP Paribas senkte das Ziel bei Buy von 169 auf 117 Dollar. Im Konsens stehen 21 von 29 Analysten bei Buy.
Die Zahlen zum dritten Quartal im November dürften zeigen, ob CoreWeave einen überzeugenden Finanzierungsplan für die nächsten Ausbaustufen vorlegt und wie stark Kundenvorauszahlungen dabei ins Gewicht fallen.
CoreWeave-Aktie: Kaufen oder verkaufen?! Neue CoreWeave-Analyse vom 22. Oktober liefert die Antwort:
Die neusten CoreWeave-Zahlen sprechen eine klare Sprache: Dringender Handlungsbedarf für CoreWeave-Aktionäre. Lohnt sich ein Einstieg oder sollten Sie lieber verkaufen? In der aktuellen Gratis-Analyse vom 22. Oktober erfahren Sie was jetzt zu tun ist.
