Das spezialisierte Cloud-Infrastrukturunternehmen CoreWeave weitet seine Präsenz im hochregulierten Sektor der US-Behörden massiv aus. Durch eine heute bekannt gegebene strategische Allianz mit dem Verteidigungsdienstleister Leidos will das Unternehmen hochsichere KI-Kapazitäten für das Verteidigungsministerium und nationale Geheimdienste bereitstellen. Die Kooperation konzentriert sich auf die Entwicklung souveräner Cloud-Lösungen, die für klassifizierte Einsätze und komplexe Datenanalysen im militärischen Bereich optimiert sind.
Cloud-Infrastruktur für US-Geheimdienste
Die Zusammenarbeit erfolgt über die neu geschaffene Einheit CoreWeave Federal. Ziel ist es, eine KI-native Plattform in speziell akkreditierten Rechenzentren zu betreiben. Während CoreWeave die Rechenleistung und Infrastruktur stellt, übernimmt Leidos die Sicherheitsarchitektur sowie die Integration in bestehende Missionssysteme. Laut CTO Michael Hirsch kann der Einsatz dieser spezialisierten Technologie die Effizienz von Verteidigungssystemen um bis zu 25 Prozent steigern. Die Partnerschaft, die in ersten Ansätzen bereits seit Anfang 2022 besteht, umfasst künftig auch dedizierte Bereiche für Cyber-KI und die Orchestrierung von Edge-to-Cloud-Anwendungen.
Wachstumssprung bei Umsatz und Auftragsbestand
Parallel zur Expansion im Regierungssektor untermauern aktuelle Geschäftszahlen die Marktstellung des Unternehmens. Im ersten Quartal verzeichnete CoreWeave einen Umsatzanstieg von 111,6 Prozent auf 2,08 Milliarden US-Dollar. Ein wesentlicher Indikator für die künftige Stabilität ist der gemeldete Auftragsbestand, der ein Volumen von 99,4 Milliarden US-Dollar erreichte. Trotz einer Verlustmarge von 28 Prozent im selben Zeitraum bewerten Marktbeobachter die Skalierung positiv.
Die Analysten von Truist haben die Aktie jüngst mit einer Kaufempfehlung und einem Kursziel von 126 US-Dollar eingestuft. Auch Baird bewertet den Wert mit „Outperform“ und sieht das Kursziel bei 100 US-Dollar. Analysten von Goldman Sachs und Morgan Stanley verweisen zudem auf den wachsenden Markt für KI-Software, der bereits im kommenden Jahr ein weltvolumen von 190 Milliarden US-Dollar erreichen könnte.
Milliarden-Projekt in Schottland und Marktkorrektur
Auch international treibt das Unternehmen sein Wachstum voran. Die britische Regierung kündigte gestern die Einrichtung einer speziellen KI-Wachstumszone in North Lanarkshire an, in der private Investitionen von über acht Milliarden Pfund realisiert werden sollen. CoreWeave arbeitet an diesem Standort mit dem Rechenzentrumsbetreiber DataVita zusammen. Das Vorhaben soll etwa 800 qualifizierte Arbeitsplätze in der Region schaffen und nutzt ökologische Ansätze wie die Speisung lokaler Krankenhäuser mit Überschusswärme aus der Serverkühlung.
Trotz der operativen Fortschritte war der Titel zuletzt von Turbulenzen im Sektor betroffen. Der Zusammenbruch des Hedgefonds Situational Awareness, der im Juli erhebliche Verluste verzeichnete, führte zur Liquidation großer Aktienpositionen. Citadel übernahm Teile dieses Portfolios, um den Verkaufsdruck am Markt aufzufangen.
Die Aktie notiert aktuell bei 62,10 Euro, was einem Rückgang von 0,66 Prozent am heutigen Handelstag entspricht. Damit bewegt sich das Papier mit einem Abstand von 50,91 Prozent deutlich unter seinem 52-Wochen-Hoch. Um künftige Kostenrisiken zu minimieren, prüft das Management derzeit Absicherungsgeschäfte über Derivate. Damit sollen potenzielle Preisschwankungen bei Speicherchips abgefedert werden, für die CoreWeave langfristige Lieferverträge mit Herstellern wie Micron abgeschlossen hat.
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