CoreWeave Aktie: 22,4-Milliarden-Abkommen mit OpenAI

Symbolbild, KI-generiert

CoreWeave steigert den Quartalsumsatz um 113 Prozent, bleibt aber defizitär. Großaufträge und neue Investoren stützen die KI-Story.

Auf einen Blick:
  • Umsatz im zweiten Quartal mehr als verdoppelt
  • Nettoverlust von 626 Millionen US-Dollar
  • Auftragsbestand bis zu 129 Milliarden Dollar
  • Aktie fällt heute um 4,9 Prozent

Die Veröffentlichung des neuen KI-Modells GPT-6 Astra durch OpenAI hat den Sektor für künstliche Intelligenz in Bewegung versetzt und rückt spezialisierte Infrastrukturanbieter wie CoreWeave verstärkt in den Fokus der Anleger.

Während klassische Software-Werte unter Druck gerieten, profitierte CoreWeave von der steigenden Nachfrage nach Rechenkapazitäten. Das Unternehmen, das eine Cloud-Umgebung speziell für KI-Training und paralleles Rechnen betreibt, konnte seine Marktposition durch milliardenschwere Verträge und prominente Unterstützung weiter festigen.

Strategischer Wandel und technologische Spezialisierung

CEO Mike Intrator erläuterte gestern und am heutigen Mittwoch auf der Goldman Sachs Communacopia + Technology Conference den Werdegang des Unternehmens. CoreWeave vollzog eine Transformation vom ehemaligen Krypto-Miner zum führenden Anbieter von GPU-Training.

Laut Intrator liegt der entscheidende Vorteil darin, eine Cloud-Infrastruktur von Grund auf für die Anforderungen der künstlichen Intelligenz konzipiert zu haben, anstatt veraltete Legacy-Systeme umzurüsten.

Das Tempo des technologischen Wandels bezeichnete der Firmenchef vor dem Fachpublikum als „beängstigend“ für die breite Öffentlichkeit. Er räumte ein, dass KI-Unternehmen die Vorteile der Technologie bisher nicht ausreichend vermittelt hätten.

Trotz lokalem Widerstand gegen neue Rechenzentren sieht Intrator keine nachlassende Dynamik: Proteste würden die Nachfrage nicht bremsen, sondern lediglich zu einer räumlichen Verlagerung der Projekte führen. CoreWeave plant derzeit mit einer internationalen Kapazität von mehr als einem Gigawatt.

Rekordwachstum und finanzielle Kennzahlen

Die wirtschaftliche Entwicklung des Unternehmens spiegelt den aktuellen KI-Boom wider. Im zweiten Quartal 2026 steigerte CoreWeave den Umsatz um rund 113 Prozent auf 2,58 Milliarden US-Dollar, verglichen mit 1,21 Milliarden US-Dollar im Vorjahreszeitraum. Zwar verbuchte das Unternehmen einen Nettoverlust von etwa 626 Millionen US-Dollar, doch der Blick der Investoren richtet sich vor allem auf die prall gefüllten Auftragsbücher.

Der aktuelle Auftragsbestand wird mittlerweile auf eine Summe zwischen 104 Milliarden und 129 Milliarden US-Dollar beziffert. Ein wesentlicher Treiber dieser Entwicklung ist ein Abkommen mit OpenAI, das ein Volumen von rund 22,4 Milliarden US-Dollar umfasst. Analysten bewerten die Aktie derzeit im Konsens als moderaten Kauf („Moderate Buy“) und rufen ein durchschnittliches Kursziel von 141,90 US-Dollar auf.

Institutionelles Vertrauen und Marktlage

Namhafte Investoren haben ihre Positionen zuletzt deutlich ausgebaut oder sind neu eingestiegen. Medienberichten zufolge investierte Nvidia am 4. September massiv in Aktien des Unternehmens.

Zudem wurde bekannt, dass der Milliardär David Tepper mit seinem Hedgefonds Appaloosa Management im zweiten Quartal ebenfalls Anteile an CoreWeave erworben hat. Damit befindet sich das Unternehmen in einem Umfeld steigender globaler KI-Investitionen, die laut Prognosen von Goldman Sachs bis zum Jahr 2026 die Marke von einer Billion US-Dollar erreichen könnten.

An der Börse zeigt sich das Papier trotz der langfristigen Wachstumsstory heute volatil. Die Aktie notiert aktuell bei 81,60 Euro, was einem Rückgang von 4,9 Prozent gegenüber dem Vortag entspricht. Dennoch weist der Titel seit Jahresbeginn eine positive Entwicklung von 28 Prozent auf.

Mit dem aktuellen Kursniveau behauptet sich das Papier zudem etwa 9,9 Prozent über seinem gleitenden 50-Tage-Durchschnitt, der bei 74,22 Euro verläuft. Als Risikofaktoren mahnen Marktbeobachter jedoch die weiterhin fehlende Profitabilität und den hohen Verschuldungsgrad des Unternehmens an.

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