Copart-Chef Jeff Liaw geht. Jay Adair kehrt als CEO zurück. Anleger reagieren nervös auf den personellen Umbruch zum 31. Juli. Die Aktie fiel am Freitag um 2,56 Prozent auf 24,15 Euro. Damit markierte das Papier ein neues Jahrestief.
Seit Jahresbeginn summiert sich der Kursverlust auf rund 25 Prozent. Der Druck auf den Online-Auktionsriesen wächst von verschiedenen Seiten.
Index-Abstieg und juristischer Ärger
Neben dem Chef-Wechsel belastet eine technische Herabstufung den Kurs. Copart verlor seinen Platz in mehreren Large-Cap-Indizes der Russell-Familie. Fonds, die diese Indizes abbilden, mussten ihre Bestände deshalb verkaufen. Dieser automatisierte Verkaufsdruck traf das Papier in einer ohnehin schwachen Marktphase.
Hinzu kommt juristischer Gegenwind. Die US-Kanzlei Pomerantz hat eine Untersuchung wegen möglichem Wertpapierbetrug eingeleitet. Die Juristen prüfen Hintergründe zum plötzlichen Rückzug des CEOs. Solche Ermittlungen sorgen an der Börse oft für langanhaltende Unsicherheit.
Rückkehr zum Erfolgsmodell
Jay Adair ist bei Copart kein Unbekannter. Er leitete das Unternehmen bereits während einer Phase massiven Wachstums. Damals trieb er die Umstellung auf reine Online-Auktionen voran. In einem Gespräch mit Investoren skizzierte er bereits seine Prioritäten. Er will das internationale Geschäft forcieren und verstärkt auf künstliche Intelligenz setzen.
Unterstützung erhält er von Jane Pocock. Sie steigt im August zur neuen Präsidentin auf. Das Duo soll den Konzern stabilisieren und neue Erlösquellen erschließen.
Hoffnung auf Marktdynamik
Trotz der internen Turbulenzen könnte das Marktumfeld Copart bald in die Karten spielen. In den USA steigen die Ausfälle bei Autokrediten. Das klingt nach einer schlechten Nachricht für die Konjunktur. Für Copart bedeutet es jedoch potenziell mehr Volumen. Mehr Zahlungsunfähigkeiten führen oft zu mehr beschlagnahmten Fahrzeugen, die über die Plattform versteigert werden.
Aktuell notiert die Aktie weit unter ihrem 200-Tage-Durchschnitt von 31,60 Euro. Der Abstand zum Rekordwert aus dem Vorjahr beträgt mehr als 40 Prozent.
Analysten wie Freedom Broker setzen dennoch ein Kursziel von 39 US-Dollar. Entscheidende Impulse liefern neue Daten zu den US-Autokrediten am 4. August. Anleger werden genau prüfen, ob das Volumen der Versteigerungen tatsächlich zunimmt.
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