Constellation Brands Aktie: Zukauf statt Rückenwind

Symbolbild, KI-generiert

Höhere Kosten und verhaltene US-Bierabsätze belasten die Jahresprognose; zugleich hat Constellation Brands SpikedAde übernommen.

Auf einen Blick:
  • Quartalsgewinn und Umsatz über Markterwartungen
  • Jahresgewinnprognose unter Analystenkonsens
  • SpikedAde-Übernahme für 75 Millionen Dollar
  • Fertiggetränke-Umsatz binnen Jahresfrist 25 Prozent höher

Starke Quartalszahlen, aber ein vorsichtiger Ausblick: Constellation Brands hat nach Handelsschluss gleich zwei Nachrichten geliefert. Die Aktie gab im nachbörslichen US-Handel nach, obwohl das Unternehmen die Erwartungen im zweiten Geschäftsquartal übertraf.

Zahlen schlagen Erwartungen, Prognose enttäuscht leicht

Der Konzern, der unter anderem Corona und Modelo vertreibt, meldete für das zweite Quartal des Geschäftsjahres 2027 einen Gewinn von 3,74 Dollar je Aktie bei 2,63 Milliarden Dollar Umsatz. Beides lag über den Markterwartungen.

Der Haken steckt im Ausblick. Für das Gesamtjahr peilt das Management einen bereinigten Gewinn je Aktie von 11,20 bis 11,90 Dollar an. Der Mittelwert liegt knapp unter dem Analystenkonsens von 11,72 Dollar.

Als Gründe nennt das Unternehmen höhere Rohstoffkosten und eine vorsichtige Entwicklung der Bierabsätze im Heimatmarkt USA. Beides bremst die erhoffte Margenausweitung. Die Aktie rutschte nachbörslich zeitweise um rund fünf Prozent ab, nachdem sie den regulären Handel mit einem Plus von gut zwei Prozent beendet hatte.

Kleiner Deal im Trendsegment

Parallel dazu kündigte Constellation die Übernahme von SpikedAde an. Die Marke mischt im Segment spirituosenbasierter Fertiggetränke mit, die sich an Sportgetränken orientieren. Der Konzern erwirbt 100 Prozent der Anteile.

Beim Abschluss fließen 75 Millionen Dollar. Hinzu kommen erfolgsabhängige Zahlungen von bis zu 278 Millionen Dollar über fünf Jahre. Der Kaufpreis hängt damit stark davon ab, wie sich die Marke entwickelt.

Constellation will seine Vertriebsstärke nutzen, um SpikedAde in den gesamten USA zu platzieren. Die Kategorie wächst zügig: Die Dollar-Umsätze spirituosenbasierter Fertiggetränke legten binnen eines Jahres um 25 Prozent zu.

Einordnung

Für die Bilanz ist die Übernahme überschaubar. Strategisch passt sie jedoch zum Bild eines Konzerns, der sich beim schwächelnden US-Biergeschäft breiter aufstellen will. Marktbeobachter dürften den Zukauf als Diversifizierung lesen, nicht als Antwort auf die Prognosesorgen.

Am Mittwoch um 8:00 Uhr Ortszeit an der US-Ostküste (ET) erläutern Konzernchef Nicholas Fink und Finanzchef Garth Hankinson Zahlen und Ausblick in einer Telefonkonferenz. Dort dürfte sich zeigen, wie das Management den Kostendruck und die Bierabsätze einschätzt.

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