ConocoPhillips schickt ein Team nach Venezuela. Klingt nach einer Rückkehr. Ist aber wohl eher eine Verhandlungsmasse.
Denn CEO Ryan Lance hat seinen Investoren unmissverständlich klargemacht, was er als erste Priorität sieht: die Rückforderung von rund 12 Milliarden Dollar, inklusive Zinsen, die dem Unternehmen nach Schiedssprüchen aus den Enteignungen von 2007 zustehen. Fast zwei Jahrzehnte ist das her, und ConocoPhillips hat seitdem keinen Fuß auf venezuelanischen Boden gesetzt. Jetzt schickt man ein Team. Zur Bewertung, wie es offiziell heisst.
„Konstruktiv helfen“ – was das bedeutet
Lance formulierte es auf der CERAWeek-Konferenz von S&P Global in Houston so: „Wir wollen einen konstruktiven Beitrag leisten und der Regierung aufzeigen, was nötig ist, um Anreize für die Investitionen zu schaffen.“ Das ist diplomatisch. Sehr diplomatisch. Übersetzt heisst das ungefähr: Bevor wir auch nur einen Dollar investieren, wollen wir sehen, wie wir an unser Geld kommen.
ConocoPhillips selbst gibt sich bedeckt. Man werde Venezuela „gegen andere internationale Möglichkeiten im Rahmen des disziplinierten Investitionsrahmens bewerten“, heisst es. Kein Enthusiasmus, keine Versprechen. Nur ein Team, das hinschaut.
ConocoPhillips Aktie Chart
ExxonMobil war schneller
Dabei ist ConocoPhillips nicht mal der Erste. ExxonMobil, ebenfalls nach der Enteignung 2007 abgezogen, hat schon im vergangenen Monat ein Team nach Venezuela entsandt. US-Präsident Donald Trump hatte zuvor nach seiner Intervention in Venezuela, die in der Verhaftung des venezolanischen Präsidenten Maduro mündete, die amerikanischen Ölkonzerne zum Handeln aufgefordert. ConocoPhillips ist demnach die Nummer zwei unter den großen US-Ölproduzenten, die sich öffentlich zu einer Vor-Ort-Prüfung bekennen. Ob das ein Wettrennen wird oder beide Konzerne am Ende mit leeren Händen zurückkehren, steht auf einem anderen Blatt.
12 Milliarden Dollar stehen im Raum. Venezuela hat kein Geld. Und ConocoPhillips schickt trotzdem ein Team. Ob man sich tatsächlich Hoffnung macht auf Einnahmen oder nur den US-Präsidenten zufriedenstellen will, bleibt bis auf Weiteres eine offene Frage.
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