Conagra Brands setzt auf eine konsequente Rosskur. Der US-Lebensmittelriese streicht Führungsposten und investiert massiv in die eigene Produktion. Das Ziel ist klar: mehr operative Effizienz und weniger Abhängigkeit von externen Partnern.
Fokus auf die Lieferkette
Der neue CEO John Brase drückt beim Umbau aufs Tempo. Er plant eine zusätzliche Investition von 125 Millionen Dollar bis zum Geschäftsjahr 2027. Mit diesem Kapital will Conagra die eigene Lieferkette stärken. Bisherige Probleme wie Produktionsstopps und Engpässe sollen so der Vergangenheit angehören. Das Management plant, jährlich etwa vier bis fünf Prozent des Nettoumsatzes für solche Modernisierungen zu nutzen. Parallel dazu wandert mehr Produktion zurück ins eigene Haus, um Kosten langfristig zu senken.
Weniger Produkte, flachere Hierarchien
Indes mistet der Konzern sein Sortiment aus. Aktuell prüft das Management rund 5.500 verschiedene Produkteinheiten. Viele davon dürften verschwinden. Diese Verschlankung soll die Komplexität verringern und die Lagerkosten senken. Das Ziel: die durch Inflation belasteten Margen wieder zu stabilisieren.
In der Führungsetage fallen Posten weg. Conagra hat die Position des Chief Operating Officer (COO) gestrichen. Die Leiter der Kernsparten berichten nun direkt an den Vorstandschef. Diese direkten Wege sollen helfen, schneller auf neue Trends bei Snacks und Tiefkühlkost zu reagieren. Kurze Entscheidungswege sind in der hart umkämpften Branche ein Wettbewerbsvorteil.
Analysten bewerten die Pläne verhalten positiv. JPMorgan hob das Kursziel für Conagra Brands von 14 auf 15 Euro an, beließ die Einstufung aber auf „Neutral“. Die Aktie notiert aktuell bei 13,62 Euro. Zwar konnte das Papier zuletzt etwas Boden gutmachen, liegt seit Jahresbeginn aber weiterhin rund 8,5 Prozent im Minus.
In den kommenden Monaten steht die Umsetzung der Supply-Chain-Offensive im Mittelpunkt. Die Reduzierung der Produktvielfalt muss beweisen, dass sie die Kosten tatsächlich schnell genug senkt. Der Erfolg hängt maßgeblich davon ab, wie effizient die neue Führungsstruktur die operative Wende in einem inflationären Umfeld vorantreibt.
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