Commerzbank Aktie: Zinsfantasie trifft Übernahme

Symbolbild, KI-generiert

Höhere Inflation stärkt Zinserwartungen, während Deutsche Bank Research die Commerzbank-Aktie auf Hold zurückstuft.

Auf einen Blick:
  • Deutsche Bank Research senkt Rating auf Hold
  • Kursziel bleibt bei 42 Euro
  • Deutsche Inflation steigt auf 3,3 Prozent
  • UniCredit plant Versammlung nach EU-Freigabe

Die Commerzbank profitiert von steigenden Zinsen, und die Inflation in Deutschland liefert nun neues Futter dafür. Gleichzeitig ziehen Analysten erste Konsequenzen aus der starken Kursentwicklung. Die Aktie gab im Xetra-Handel zeitweise knapp drei Prozent auf 40,76 Euro nach.

Deutsche Bank Research nimmt Tempo raus

Deutsche Bank Research stufte die Aktie von „Buy“ auf „Hold“ ab. Das Kursziel bleibt bei 42 Euro und liegt damit nur knapp über dem aktuellen Niveau. „Neue Phase, neues Rating“, schrieb Analyst Benjamin Goy.

Seine Begründung: Viele Kurstreiber seien bereits eingepreist oder durch die Outperformance am Markt realisiert. Dazu zählen steigende Zinseinkünfte und üppige Ausschüttungen. Die Bewertung liege trotz gestiegener Gewinnerwartungen über dem Branchenschnitt.

Inflation stützt die Zinserwartung

Die Inflationsrate in Deutschland kletterte im September auf 3,3 Prozent, nach 2,9 Prozent im August. Es ist der höchste Wert seit Ende 2023. Treiber sind Energiepreise, die der Iran-Krieg nach oben schiebt.

„Die Inflation verfestigt sich“, sagte Commerzbank-Chefvolkswirt Jörg Krämer. Ökonomen rechnen deshalb damit, dass die EZB den Einlagenzins noch in diesem Jahr ein drittes Mal auf 2,75 Prozent anhebt. Für eine Bank mit starkem Zinsgeschäft wäre das ein Rückenwind. Allerdings warnen Volkswirte, dass zu hohe Zinsen die Konjunktur bremsen könnten.

UniCredit könnte schneller sein als gedacht

Parallel bestimmt die Übernahmefrage den Kurs. UniCredit hält bereits annähernd 50 Prozent an der Commerzbank, am Markt gilt der Zusammenschluss als weitgehend gesetzt. Bisher rechneten viele Beobachter mit einer Durchführung im zweiten Quartal 2027.

Nun mehren sich Hinweise auf einen früheren Zeitplan. UniCredit-Chef Andrea Orcel will demnach unmittelbar nach der finalen Zustimmung der europäischen Wettbewerbsbehörden eine außerordentliche Hauptversammlung einberufen, um die Weichen auf Zusammenschluss zu stellen. Einen Termin für die Freigabe gibt es bislang nicht.

Kurzfristig stehen sich damit zwei Kräfte gegenüber: ein Zinsumfeld, das die Erträge stützt, und eine Bewertung, die laut Deutsche Bank Research wenig Luft lässt. Die Marke von 42 Euro markiert die Messlatte, an der sich der Markt nun orientiert.

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