Commerzbank-Aktie: Der Widerstand ist gebrochen!

Commerzbank lenkt im Übernahmepoker ein: Nach fast zwei Jahren Widerstand stimmt der Vorstand nun Gesprächen mit UniCredit zu.

Auf einen Blick:
  • Commerzbank-CEO Orlopp kündigt Gespräche mit UniCredit an
  • UniCredit hält bereits knapp 48 Prozent der Commerzbank-Anteile
  • Aufsichtsratschef Weidmann räumt faktisch Machtübernahme durch UniCredit ein
  • ECB-Genehmigung für Kontrollübernahme womöglich noch im vierten Quartal

Fast zwei Jahre lang hat Bettina Orlopp die Stellung gehalten. Zusammen mit ihrem Management hat die Commerzbank-Chefin alles versucht, um eine Übernahme durch UniCredit abzuwenden. Runde um Runde von Gesprächen verlief im Streit, die Fronten schienen einbetoniert. Nun ist die Mauer gefallen.

Die weiße Fahne, intern verbreitet

In einem Beitrag auf dem Intranet der Bank, den Reuters einsehen konnte, schrieb Orlopp an die Belegschaft: „In den kommenden Wochen und Monaten werden Commerzbank und UniCredit Gespräche führen, um Schritt für Schritt zu definieren, wie wir vorangehen.“ Das klingt nach konstruktivem Dialog. Es ist in Wirklichkeit die Anerkennung einer Tatsache, die sich seit Monaten abzeichnete.

UniCredit hatte im September 2024 mit dem Einstieg begonnen. Seitdem hat die Mailänder Großbank ihren Anteil auf gut 44 Prozent aufgebaut, dazu kommen Call-Optionen auf weitere rund 3 Prozent, was den Zugang auf knapp 48 Prozent hebt. Bei der nächsten Hauptversammlung hätte UniCredit die Mehrheit. Orcel wusste das. Orlopp wusste das. Und nun weiß es auch die gesamte Belegschaft.

Orcel hatte Orlopp schlicht übergangen

Was die Situation noch pikanter macht: UniCredit-Chef Andrea Orcel hatte zuletzt angekündigt, er wolle mit der Bundesregierung und dem Betriebsrat über die gemeinsame Zukunft sprechen. Orlopps Management nannte er als Gesprächspartner nicht. Ein offenerer Affront ist im Bankenwesen kaum vorstellbar.

Aufsichtsratschef Jens Weidmann, der frühere Bundesbank-Präsident, hat daraufhin UniCredit aufgefordert, direkt mit dem Vorstand zu reden. Demnach räumt auch Weidmann ein, dass es an einer Machtübernahme durch die Italiener keinen Weg mehr vorbeigibt. Das ist jetzt geordneter Rückzug.

Die stärkste Commerzbank aller Zeiten, sagt Orlopp

Orlopp betont, die Commerzbank komme „als die stärkste Commerzbank ihrer Geschichte“ an den Verhandlungstisch, mit Rückendeckung von Aufsichtsrat, Bundesregierung und Belegschaft. Das mag stimmen. Trotzdem sitzt auf der anderen Seite jemand, der bereits fast die Hälfte des Unternehmens besitzt.

Die ECB-Genehmigung für die Kontrollübernahme könnte laut UniCredit schon im vierten Quartal dieses Jahres vorliegen. Dann wäre das Spiel endgültig vorbei. Zwei Jahre Widerstand, und am Ende entscheidet eine Behörde in Frankfurt.

Commerzbank-Aktie: Kaufen oder verkaufen?! Neue Commerzbank-Analyse vom 31. Juli liefert die Antwort:

Die neusten Commerzbank-Zahlen sprechen eine klare Sprache: Dringender Handlungsbedarf für Commerzbank-Aktionäre. Lohnt sich ein Einstieg oder sollten Sie lieber verkaufen? In der aktuellen Gratis-Analyse vom 31. Juli erfahren Sie was jetzt zu tun ist.

Commerzbank: Kaufen oder verkaufen? Hier weiterlesen...

Disclaimer

Die auf finanztrends.de angebotenen Beiträge dienen ausschließlich der Information. Die hier angebotenen Beiträge stellen zu keinem Zeitpunkt eine Kauf- beziehungsweise Verkaufsempfehlung dar. Sie sind nicht als Zusicherung von Kursentwicklungen der genannten Finanzinstrumente oder als Handlungsaufforderung zu verstehen. Der Erwerb von Wertpapieren ist risikoreich und birgt Risiken, die den Totalverlust des eingesetzten Kapitals bewirken können. Die auf finanztrends.de veröffentlichen Informationen ersetzen keine, auf individuelle Bedürfnisse ausgerichtete, fachkundige Anlageberatung. Es wird keinerlei Haftung oder Garantie für die Aktualität, Richtigkeit, Angemessenheit und Vollständigkeit der zur Verfügung gestellten Informationen sowie für Vermögensschäden übernommen. finanztrends.de hat auf die veröffentlichten Inhalte keinen Einfluss und vor Veröffentlichung sämtlicher Beiträge keine Kenntnis über Inhalt und Gegenstand dieser. Die Veröffentlichung der namentlich gekennzeichneten Beiträge erfolgt eigenverantwortlich durch Gastkommentatoren, Nachrichtenagenturen o.ä. Demzufolge kann bezüglich der Inhalte der Beiträge nicht von Anlageinteressen von finanztrends.de und/ oder seinen Mitarbeitern oder Organen zu sprechen sein. Die Gastkommentatoren, Nachrichtenagenturen usw. gehören nicht der Redaktion von finanztrends.de an. Ihre Meinungen spiegeln nicht die Meinungen und Auffassungen von finanztrends.de und deren Mitarbeitern wider. (Ausführlicher Disclaimer)