Andrea Orcel nennt es „unaufhaltsam“. Und wenn man sich anschaut, was Berlin bislang als Gegenentwurf zusammengebracht hat, fällt es schwer, ihm zu widersprechen.
Die Suche nach dem Ritter
Die Bundesregierung, die noch rund 12 Prozent an der Commerzbank hält, hat laut Bloomberg-Berichten Anfang des Jahres mehrere europäische Banken auf eine mögliche Fusion angesprochen. Das Ziel war klar: einen Kandidaten finden, der UniCredit aus dem Rennen drängt. Herausgekommen ist dabei bislang wenig Überzeugendes.
ING steht auf der Liste. Marktkapitalisierung gut 68 Milliarden Euro, europäische Expansionsstrategie, Präsenz in Deutschland. Klingt nicht schlecht. Allerdings fehlt dem Szenario genau das, was UniCredit mitbringt: die bereits vorhandene Infrastruktur im deutschen Markt, die echte Kosteneinsparungen ermöglicht. Analysten sehen die ING-Variante deshalb als für Investoren wenig attraktiv, auch wenn Behörden und Arbeitnehmervertreter sie womöglich lieber sähen, weil Stellenabbau in geringerem Ausmaß drohte.
BNP? Eher nicht.
Auch BNP Paribas wurde als möglicher Gegenkandidat gehandelt. Mit einer Marktkapitalisierung von rund 100 Milliarden Euro hätte das Haus die nötige Größe. Doch die Strategie von BNP-Chef Jean-Laurent Bonnafé zielt auf Investmentbanking, Wealth Management und Bancassurance, nicht auf das Auslandsgeschäft im klassischen Firmenkundenbereich. Selbst in Italien, wo BNP über BNL präsent ist, hat die Bank traditionelle Wachstumschancen nicht genutzt. Warum sollte das bei der Commerzbank anders sein? Macrons politische Offenheit ändert daran nichts.
Verhandlungsposition oder echte Alternative?
Was bleibt, ist der Verdacht, dass Berlin die Suche nach einem weißen Ritter weniger als ernsthafte Strategie betreibt, sondern vielmehr als Druckmittel in den Verhandlungen mit UniCredit. Ein Gegenentwurf ohne Investorenrückhalt ist kein Gegenentwurf, sondern Schaumschlägerei. Orcel weiß das. Und die Märkte wissen es auch.
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