Commerzbank Aktie: Weidmann fordert Bund als Gegengewicht

Jens Weidmann will den Bund zunächst an der Commerzbank halten. Zugleich bleibt offen, ob UniCredit bis zu 50 Prozent der Stimmrechte erhält.

Auf einen Blick:
  • Weidmann verlangt Verbleib des Bundes
  • Nur 18 Prozent Aktien angedient
  • Übernahmerecht soll überprüft werden
  • UniCredit-Zugriff bleibt behördlich offen

Der Aufsichtsratschef der Commerzbank, Jens Weidmann, hat sich am Sonntag vergangener Woche klar positioniert: Der Bund solle vorerst Aktionär der Bank bleiben, um die Interessen des Standorts Deutschland aktiv zu vertreten. Zugleich forderte er eine Überprüfung des deutschen Übernahmerechts. Damit rückt die Frage, wie viel Kontrolle UniCredit über die Commerzbank tatsächlich erlangt hat, wieder in den Mittelpunkt der Debatte.

Weidmanns Kritik hat einen konkreten Anlass: Von den 73 Prozent andienbaren Aktien wurden nur 18 Prozent tatsächlich angedient. Groß- und Privatanleger beteiligten sich mit weniger als 3 Prozent. Aus Sicht des Aufsichtsratschefs hat UniCredit dadurch eine faktische Mehrheit erreicht, ohne den Aktionären eine angemessene Kontrollprämie zu bieten.

Diese Konstellation nährt seine Forderung nach einer Reform der Übernahmeregeln – ein Vorstoß, der über den Einzelfall Commerzbank hinausweist und grundsätzliche Fragen zum Schutz von Minderheitsaktionären in Deutschland aufwirft.

Politisches Tauziehen um den Bund als Aktionär

Die Position Weidmanns steht im Spannungsfeld zur wirtschaftlichen Annäherung, die CEO Bettina Orlopp Anfang August signalisiert hatte. Sie hatte einen Tonwechsel vollzogen und erklärt, ein Zusammenschluss mit UniCredit könne für beide Seiten Wert schaffen – allerdings nur im Rahmen einer einvernehmlichen Lösung unter Einbindung von Unternehmensführung, Arbeitnehmervertretern und dem Bund als zweitgrößtem Aktionär.

Weidmanns Insistieren auf einer fortgesetzten Staatsbeteiligung liest sich damit auch als Versuch, dem Bund im weiteren Prozess ein Druckmittel zu erhalten.

Parallel dazu bereitet sich die Politik auf ein direktes Gespräch mit UniCredit-Chef Andrea Orcel vor: Bundesfinanzminister Lars Klingbeil plant für den kommenden Monat ein Treffen mit ihm. Dieser Termin dürfte zeigen, ob sich Berlin und die italienische Großbank auf einen gemeinsamen Fahrplan verständigen können, oder ob die Fronten zwischen Aufsichtsrat, Politik und Übernehmer verhärtet bleiben.

Regulatorische Weichenstellung noch offen

Auch auf europäischer Ebene bewegt sich das Verfahren: Berichten zufolge lehnt sich die Europäische Zentralbank Mitte August zu einer Genehmigung der UniCredit-Übernahme.

Eine endgültige behördliche Freigabe ist jedoch weiterhin Voraussetzung dafür, dass UniCredit tatsächlich Zugriff auf bis zu 50 Prozent der Stimmrechte erhält. Bis dahin bleibt die Machtfrage bei der Commerzbank formal ungeklärt, auch wenn UniCredit faktisch bereits die größte Stimme im Aktionärskreis hat.

An der Börse zeigt sich das Papier von der politischen Unsicherheit bislang unbeeindruckt: Der Kurs schloss am Freitag bei 40,30 Euro und liegt damit nur 1,7 Prozent unter seinem 52-Wochen-Hoch. Seit Jahresbeginn steht ein Plus von 12 Prozent zu Buche – ein Signal dafür, dass Anleger trotz der ungelösten Übernahmefrage auf eine wertschaffende Lösung setzen, wie sie auch Orlopp in Aussicht gestellt hatte.

Für die kommenden Wochen bleibt die zentrale Frage, ob das Treffen zwischen Klingbeil und Orcel eine Annäherung bringt oder die Fronten zwischen Standortinteressen und Übernahmeambitionen weiter verhärtet. Weidmanns Forderung nach einer Reform des Übernahmerechts dürfte diese Gespräche zusätzlich belasten, weil sie die Legitimität des bisherigen Übernahmeprozesses grundsätzlich infrage stellt.

Commerzbank-Aktie: Kaufen oder verkaufen?! Neue Commerzbank-Analyse vom 29. August liefert die Antwort:

Die neusten Commerzbank-Zahlen sprechen eine klare Sprache: Dringender Handlungsbedarf für Commerzbank-Aktionäre. Lohnt sich ein Einstieg oder sollten Sie lieber verkaufen? In der aktuellen Gratis-Analyse vom 29. August erfahren Sie was jetzt zu tun ist.

Commerzbank: Kaufen oder verkaufen? Hier weiterlesen...

Disclaimer

Hinweis: Teile dieses Artikels wurden mithilfe Künstlicher Intelligenz erstellt und vor Veröffentlichung redaktionell geprüft. Die auf finanztrends.de angebotenen Beiträge dienen ausschließlich der Information. Die hier angebotenen Beiträge stellen zu keinem Zeitpunkt eine Kauf- beziehungsweise Verkaufsempfehlung dar. Sie sind nicht als Zusicherung von Kursentwicklungen der genannten Finanzinstrumente oder als Handlungsaufforderung zu verstehen. Der Erwerb von Wertpapieren ist risikoreich und birgt Risiken, die den Totalverlust des eingesetzten Kapitals bewirken können. Die auf finanztrends.de veröffentlichen Informationen ersetzen keine, auf individuelle Bedürfnisse ausgerichtete, fachkundige Anlageberatung. Es wird keinerlei Haftung oder Garantie für die Aktualität, Richtigkeit, Angemessenheit und Vollständigkeit der zur Verfügung gestellten Informationen sowie für Vermögensschäden übernommen. finanztrends.de hat auf die veröffentlichten Inhalte keinen Einfluss und vor Veröffentlichung sämtlicher Beiträge keine Kenntnis über Inhalt und Gegenstand dieser. Die Veröffentlichung der namentlich gekennzeichneten Beiträge erfolgt eigenverantwortlich durch Gastkommentatoren, Nachrichtenagenturen o.ä. Demzufolge kann bezüglich der Inhalte der Beiträge nicht von Anlageinteressen von finanztrends.de und/ oder seinen Mitarbeitern oder Organen zu sprechen sein. Die Gastkommentatoren, Nachrichtenagenturen usw. gehören nicht der Redaktion von finanztrends.de an. Ihre Meinungen spiegeln nicht die Meinungen und Auffassungen von finanztrends.de und deren Mitarbeitern wider. (Ausführlicher Disclaimer)