Commerzbank Aktie: Vorstand lehnt UniCredit-Angebot ab

Commerzbank-Vorstand empfiehlt Aktionären einstimmig, das UniCredit-Angebot abzulehnen und setzt auf Eigenständigkeit mit der Strategie 'Momentum 2030'.

Auf einen Blick:
  • Ablehnung des Umtauschangebots durch Vorstand
  • Angebot liegt unter aktuellem Marktwert
  • Eigene Strategie 'Momentum 2030' vorgestellt
  • UniCredit kontrolliert fast 39 Prozent Stimmrechte

Die Fronten im deutschen Bankensektor verhärten sich. Vorstand und Aufsichtsrat der Commerzbank haben das Übernahmeangebot der italienischen UniCredit offiziell abgelehnt. Das Management riet den Aktionären am Montag einstimmig von einem Umtausch ab. Die Begründung: Die Offerte spiegele den wahren Wert der Bank nicht wider.

Preisabschlag statt Kontrollprämie

UniCredit bietet aktuell 0,485 eigene Aktien für ein Commerzbank-Papier. Rechnerisch entspricht das einem Wert von knapp 34,56 Euro je Aktie. Damit liegt das Angebot spürbar unter dem aktuellen Marktwert. Die Commerzbank-Aktie beendete den Montagshandel bei 36,27 Euro.

Eine branchenübliche Kontrollprämie fehlt völlig. Auf Jahressicht hat das Frankfurter Papier bereits knapp 42 Prozent zugelegt. Ein stark überkaufter RSI-Wert von 81 signalisiert aktuell ein hohes Momentum. Analysten sehen das mittlere Kursziel sogar bei 41,50 Euro. Vorstandschefin Bettina Orlopp bewertet die Pläne aus Mailand daher nicht als Fusion. Sie sieht darin einen riskanten Restrukturierungsvorschlag.

Eigener Kurs statt Mailänder Vorgaben

Als Gegenentwurf präsentiert die Führung ihre Strategie „Momentum 2030“. Das Institut will eigenständig bleiben und die Profitabilität deutlich steigern. Bis zum Jahr 2030 plant die Bank einen Konzerngewinn von 5,9 Milliarden Euro. Erreichen will das Management dies unter anderem durch KI-gestützten Stellenabbau und strikte Kostensenkungen.

Aufsichtsratschef Jens Weidmann stützt diesen Kurs. Er bezeichnet die Pläne der UniCredit als unausgereift. Die Italiener würden mögliche Synergien überschätzen und drohende Ertragsverluste ausblenden. Eine Übernahme gefährde bestehende Kundenbeziehungen. Auch die Bundesregierung lehnt einen Verkauf ihrer restlichen Anteile ab.

Machtkampf um die Stimmrechte

Trotz der klaren Absage aus Frankfurt hat UniCredit-CEO Andrea Orcel Fakten geschaffen. Die italienische Großbank hält bereits knapp 27 Prozent der Anteile direkt. Über Finanzinstrumente sicherte sich das Institut Zugriff auf weitere Papiere. Insgesamt kontrolliert Mailand damit fast 39 Prozent der Stimmrechte.

Die reguläre Annahmefrist für das Tauschangebot läuft noch bis Mitte Juni. Bisher lehnen Investoren den Vorstoß ab. In der ersten Woche nahmen Aktionäre das Angebot nur für einen Bruchteil der Aktien an. Am morgigen Mittwoch, den 20. Mai, trifft das Management auf der Hauptversammlung auf die Anteilseigner. Dort wird der Vorstand seine Eigenständigkeitsstrategie weiter verteidigen.

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