Commerzbank-Aktie: Unicredit will zerlegen – Kotzbauer wehrt sich!

Unicredit kündigt offizielles Übernahmeangebot an. Commerzbank-Vize Kotzbauer kritisiert die Zerschlagungspläne und verteidigt das internationale Netzwerk.

Auf einen Blick:
  • Unicredit hat für den 5. Mai ein offizielles Übernahmeangebot für die Commerzbank angekündigt
  • Commerzbank-Vize Kotzbauer nennt Unicredits Umbauplan ein feindliches Vorgehen mit irreführenden Darstellungen
  • Unicredit ist bereits größter Anteilseigner der Commerzbank, noch vor dem deutschen Staat
  • Streitpunkt: Unicredit-Chef Orcel hält das Auslandsnetz der Commerzbank für überdimensioniert und ineffizient

Seit Monaten kreist Unicredit über der Commerzbank, nun wird es ernst. Der Mailänder Konzern hat für den 5. Mai ein offizielles Übernahmeangebot angekündigt und holt sich dafür gerade auf einer außerordentlichen Hauptversammlung den Segen seiner eigenen Aktionäre. Unicredit-Chef Andrea Orcel will die Sache also durchziehen.

Kotzbauer nennt es beim Namen

Die Commerzbank sitzt nicht still. Michael Kotzbauer, stellvertretender Vorstandsvorsitzender und Verantwortlicher für das Firmenkundengeschäft, hat der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“ gesagt, was er von Orcels Plänen hält: „Was die Unicredit nach 18 Monaten und zahlreichen Treffen nun auf den Tisch gelegt hat, ist ein Plan, der die Bank, wie sie heute für ihre Kunden funktioniert, zerlegt und unseren Aktionären dafür keine Prämie zahlt.“ Klarer geht es kaum.

Gespräche lehne man nicht ab, betonte Kotzbauer. Nur habe Unicredit in all den Treffen der vergangenen Monate nie Interesse daran gezeigt, über das Geschäftsmodell oder konkrete Pläne zu reden. Das änderte sich erst, nachdem Orcel am 16. März unabgestimmt ein Angebot für die Commerzbank-Aktionäre in die Welt gesetzt hatte.

Das Auslandsnetz als Kern des Streits

Orcel hatte in seinem Umbauplan das internationale Netzwerk der Commerzbank als „überdimensioniert“ und „ineffizient“ bezeichnet. Kotzbauer nennt das ein „feindliches Vorgehen mit irreführenden Darstellungen“. Die Commerzbank betreibe Standorte in mehr als 40 Ländern, und rund 58 Prozent der Erträge im Firmenkundengeschäft hätten einen direkten Bezug zu eben diesem Netz. „Ohne diese Auslandsbrückenfunktion wäre die Commerzbank nicht mehr die Commerzbank. Wir wurden 1870 genau aus diesem Grund als Außenhandelsbank gegründet“, so Kotzbauer.

Größter Aktionär sitzt in Mailand

Unicredit ist seit September 2024 bei der Commerzbank eingestiegen und inzwischen mit Abstand größter Anteilseigner, noch vor dem deutschen Staat. Das gibt Orcel eine starke Ausgangsposition. Ob die Commerzbank-Führung das mit Verweis auf 1870 und 40 Länder aufhalten kann, ist eine andere Frage.

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