Commerzbank Aktie: UniCredit über 40 Prozent

UniCredit hält über 40 Prozent an der Commerzbank, vermeidet aber die formelle Übernahme. Ein offener Konflikt um Annahmezahlen belastet die Beziehung der Institute.

Auf einen Blick:
  • UniCredit vermeidet formelle Machtübernahme
  • Streit um irreführende Annahmequoten
  • Bundesregierung plant wohl Aktienverkauf
  • Aktie bleibt stabil über 50-Tage-Linie

UniCredit hält bereits über 40 Prozent an der Commerzbank. Trotzdem verzichten die Italiener auf eine formelle Machtübernahme und lassen den Aufsichtsrat unangetastet. Das Management in Frankfurt wittert derweil ein falsches Spiel. Zwischen den beiden Banken eskaliert ein offener Streit um die wahren Andienungsquoten.

Angst vor der Bilanzierung

Bankanalyst Dieter Hein von fairesearch sieht den Grund für die Zurückhaltung in den Vorgaben der Europäischen Zentralbank. Bei einer formellen Übernahme müsste UniCredit die Commerzbank vollständig in die eigene Bilanz einbauen. Die Profitabilität der Italiener würde in diesem Szenario sofort sinken. Auch die Eigenkapitalquote fiele deutlich zurück. UniCredit scheut diesen Schritt, um die eigenen Aktionäre nicht zu verschrecken.

Streit um die Angebotszahlen

Parallel dazu verschärft sich der Tonfall zwischen Frankfurt und Mailand. Aktionäre konnten das Übernahmeangebot der Italiener bis zum 3. Juli 2026 annehmen. Die Commerzbank wirft dem Großaktionär nun vor, die bisherigen Annahmequoten irreführend darzustellen. Das Ziel: Die Akzeptanz bei unabhängigen Investoren künstlich zu vergrößern. Am Mittwoch, den 8. Juli, veröffentlicht UniCredit das endgültige Ergebnis und deckt die eigenen Karten auf.

Bundespaket vor dem Verkauf

Ein weiterer Unsicherheitsfaktor bleibt der deutsche Staat. Berlin hält aktuell noch rund zwölf Prozent der Commerzbank-Anteile. Hein geht fest davon aus, dass die Bundesregierung dieses Paket bald veräußert. Er erwartet dabei keinen Widerstand aus dem Wirtschaftsministerium. Eine offizielle Bestätigung aus Berlin fehlt allerdings.

An der Börse ignorieren Anleger die Hängepartie weitgehend. Die Commerzbank-Aktie notiert am Montag bei 37,55 Euro und gibt leicht um 0,64 Prozent nach. Auf Jahressicht steht weiterhin ein starkes Plus von rund 32 Prozent auf der Kurstafel.

Das Papier hält sich damit stabil über dem 50-Tage-Durchschnitt von 36,66 Euro. Die Präsentation der finalen Übernahmezahlen am kommenden Mittwoch entscheidet nun über den nächsten harten Kursimpuls.

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