Die italienische Großbank UniCredit forciert ihre Pläne zur Übernahme der Commerzbank. Laut einem Bericht der Financial Times von heute bereiten die Italiener vor, nach dem Vorliegen noch ausstehender behördlicher Genehmigungen eine außerordentliche Hauptversammlung der Commerzbank einzuberufen. Ziel dieses Schrittes sei es, die Vertreter der Anteilseigner im Aufsichtsrat der Frankfurter Bank auszutauschen.
Im Basisszenario strebe UniCredit die Kontrolle über das Frankfurter Institut bis Ende Februar an. Sollte das Vorhaben günstig verlaufen, werde ein Vollzug bereits für Januar angepeilt. Die Aktie der Commerzbank ging gestern bei 42,50 Euro aus dem Handel und notiert damit 1,9 Prozent unter ihrem 52-Wochen-Hoch von 43,34 Euro.
Widerstand gegen Personalwechsel an der Spitze
Der Vorstoß zur Neubesetzung des Aufsichtsrats verschärft den Konflikt um die Führung des deutschen Kreditinstituts. Laut Reuters forderte UniCredit Mitte des Monats eine Verdrängung von Vorstandschefin Bettina Orlopp sowie Aufsichtsratschef Jens Weidmann aus ihren jeweiligen Funktionen. Die Commerzbank wies Forderungen nach einem Wechsel an der Führungsspitze umgehend zurück und verwies dabei auf die bestehenden Vorstandsverträge.
Auch auf politischer Ebene zeichnen sich Spannungen ab. Das Manager Magazin berichtete im September, dass die Bundesregierung zwei Sitze im Aufsichtsrat beanspruche. Diese Forderung habe UniCredit jedoch zurückgewiesen.
Eigene Strategie und bestätigte Finanzziele
Die Commerzbank reagierte auf den Annäherungsversuch mit eigenen taktischen Überlegungen. Am Donnerstag brachte Vorstandschefin Bettina Orlopp eine Gegenoption ins Spiel: Im Rahmen eines möglichen Zusammenschlusses könne die Commerzbank die deutsche UniCredit-Tochter HypoVereinsbank gegen die Ausgabe eigener Aktien übernehmen.
Ungeachtet der Übernahmediskussion hält das Management an seinen operativen Vorgaben fest. Medienberichten zufolge bekräftigte Orlopp auf einer Branchenkonferenz am Donnerstag die Prognose für das Gesamtjahr 2026. Das Institut rechnet demnach weiterhin mit einem Nettozinsertrag von 8,6 Milliarden Euro sowie einem Nettogewinn von 3,4 Milliarden Euro. Für die Risikovorsorge veranschlagt das Institut im laufenden Jahr unverändert 850 Millionen Euro.
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