Commerzbank-Aktie: UniCredit erhöht den Druck!

Die italienische UniCredit unterbreitet ein 35-Milliarden-Euro-Angebot für die Commerzbank. Die Bundesregierung leistet aber nach wie vor Widerstand.

Auf einen Blick:
  • UniCredit startet Übernahmeangebot für Commerzbank im Wert von rund 35 Milliarden Euro
  • CEO Orcel will 30-Prozent-Schwelle überschreiten und Gespräche mit deutschen Behörden erzwingen
  • Deutsche Regierung und Commerzbank-Chefin Orlopp wehren sich gegen die Offerte
  • UniCredit plant Gewinnsteigerung auf über 15 Milliarden Euro bis 2030

Die Aktie der Commerzbank steht weiterhin im Fokus der Anleger, nachdem die italienische UniCredit ihr Übernahmeangebot im Wert von etwa 35 Milliarden Euro präsentiert hat. CEO Andrea Orcel verfolgt dabei eine kalkulierte Strategie: Das Angebot soll nicht als sofortige feindliche Übernahme verstanden werden, sondern vielmehr als Hebel, um die 30-Prozent-Schwelle zu überschreiten und einen Dialog mit den deutschen Aufsichtsbehörden zu erzwingen. Nach 18 Monaten Stillstand wolle man so „die Pattsituation durchbrechen“, erklärte Orcel auf der Morgan Stanley-Konferenz in London.

Widerstand aus Deutschland bleibt bestehen

Die deutsche Seite zeigt sich allerdings wenig begeistert von den italienischen Avancen. Die Bundesregierung hat sich klar für die Wahrung der Unabhängigkeit der Commerzbank ausgesprochen. Auch Commerzbank-Chefin Bettina Orlopp fordert einen detaillierteren Vorschlag, bevor ernsthaft über eine Fusion gesprochen werden könne. Orcel ließ jedoch die Tür offen für Anpassungen der Konditionen, sollte sich ein konstruktives Gespräch ergeben.

Deutschland bleibt für UniCredit von zentraler Bedeutung. Die Tochter HVB gilt als eine der Erfolgsgeschichten der Transformation des Konzerns. Die geplante Transaktion könnte zum Lackmustest für die europäische Bankenintegration werden – ein Projekt, das in der Praxis bislang nur schleppend vorankommt.

Commerzbank AG Aktie Chart

Ambitionierte Gewinnziele bis 2030 geplant

Parallel zu den Übernahmeplänen hat UniCredit ehrgeizige Finanzziele für die kommenden Jahre vorgelegt. Der Nettogewinn soll von 10,6 Milliarden Euro im Jahr 2025 auf über 15 Milliarden Euro bis 2030 steigen. Die Eigenkapitalrendite dürfte von 19,2 Prozent auf rund 25 Prozent klettern, während die Ausschüttungsquote bei 80 Prozent verbleiben soll.

Geografisch plant UniCredit bis 2028 eine Gewinnverteilung von 38 Prozent aus Italien, 37 Prozent aus Deutschland und Österreich sowie 25 Prozent aus Mittel- und Osteuropa einschließlich Griechenland. Besonders die letztgenannte Region wird als Wachstumsmotor betrachtet, da dort ein BIP-Wachstum erwartet wird, das etwa doppelt so hoch ausfällt wie der EU-Durchschnitt.

Wie die Commerzbank auf das Angebot reagieren wird und welche Rolle die Politik letztlich spielen wird, bleibt eine offene Frage. Anleger sollten die Entwicklungen in den kommenden Wochen genau beobachten, denn die Fusion könnte die europäische Bankenlandschaft nachhaltig verändern.

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